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Altena wird zum Ankerbahnhof

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Von: Fabienne Schwarzer

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Reinhard Schwope freut sich, sein Projekt Ankerbahnhof bald auch in Altena zu starten.
Reinhard Schwope freut sich, sein Projekt Ankerbahnhof bald auch in Altena zu starten. © Schwarzer, Fabienne

In Altena soll es bald einen Ankerbahnhof geben. Züge werden dort allerdings nicht halten. Vielmehr handelt es sich um ein Projekt des gebürtigen Sauerländers Reinhard Schwope, das durch verschiedene Mittel erreichen möchte, dass sich Altenas Bewohner mit ihrer Stadt und auch untereinander enger verbunden fühlen.

Altena –In Köln gibt es ein solches Ankerbahnhof-Projekt schon seit 2018. In der Domstadt veranstaltet Schwope beispielsweise Erzählcafés, also Treffen bei dem Kölner zusammenkommen und sich austauschen können. Außerdem gibt es Workshops, Stadtführungen und individuelle Beratung. Im Rahmen dieser Beratung können die Teilnehmer beispielsweise einen imaginären Koffer packen mit für sie essenziellen Dingen und in verschiedenen Schritten zugleich zum Ausdruck bringen, was sie an ihrer Heimatstadt stört und was sie gut finden. Am Ende bekommen sie das symbolische Ticket zu ihrer Heimat, in der sie sich dann angekommener fühlen sollen.

Auch für Alteingesessene

Das Themenfeld „Ankommenskultur“ ist für Reinhard Schwope ein ganz wichtiges. Dabei nimmt er aber keineswegs nur frisch hinzugezogene Bewohner, sondern auch Alteingesessene und mögliche künftige Neubürger in den Blick. Das Projekt sei politisch unabhängig, auch das Alter und die Herkunft der Teilnehmer sei nicht wichtig, betont der Initiator.

Mit der Bahn durch die Region gefahren

Nun ist Köln aber bekanntlich um ein Vielfaches größer als Altena. Warum also soll nun auch die Burgstadt einen Ankerbahnhof bekommen? Reinhard Schwope selbst kommt aus dem Sauerland, sei immer viel mit der Bahn durch die Region gefahren. Er bezeichnet sich als „Eisenbahner Kind“ und hat über diesen Weg schon viele Städte erkundet. Daher rührt auch die Metapher des Ankerbahnhofs. Aufgewachsen ist Reinhard Schwope in Schmallenberg. Weil es ihn aber auch oft nach Hagen zog, kam er durch das Lennetal. „Dabei bin ich immer mit den Augen bei Altena hängen geblieben, weil Altena eine wunderschöne Stadt ist“, erklärt er. Schwope sieht „großes, bislang ungenutztes Potenzial in der Stadt“. Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die seit Jahren schrumpfende Einwohnerzahl will er mit seinem Projekt das Lebensgefühl der Altenaer verbessern. „Wenn jemand wirklich in seiner Stadt ankommt, verbessert sich die Lebensqualität“, ist Schwope überzeugt. „Viele fahren in den Urlaub für zwei schöne Wochen, aber sind dann daheim wieder unglücklich. Das geht auch anders.“

Projektpartner gesucht

Da Schwope selbst sehr ländlich aufgewachsen ist und mittlerweile seit 35 Jahren in Köln wohnt, beschäftigt er sich auch viel mit den Unterschieden zwischen dem Land- und Stadtleben. „Ich bewerte eigentlich nicht, welche Lebensform besser ist, aber wenn jemand zu mir kommt und sagt, dass er aufs Dorf ziehen will, aber von seinem Leben totale Stadt-Vorstellungen hat, rate ich natürlich davon ab“, erklärt er. Finanzieren möchte er sein Projekt über öffentliche Gelder. „Diese Dienstleistung muss für jeden kostenfrei sein“, findet Schwope. Komplett kostenfrei sind seine Workshops bislang allerdings nicht. „Aber in einem gut bezahlbaren Rahmen“, sagt Reinhard Schwope. Aktuell ist Schwope damit beschäftigt, Projektpartner in Altena zu suchen. Dazu gehören Unternehmen, Geschäfte und Schulen. In Schulen könnte beispielsweise eine Projektwoche laufen, die sich mit der Ankommenskultur beschäftigt, angeboten werden. „Ich will mich in Altena weitreichend vernetzten“, kündigt Reinhard Schwope an, der hofft, viele Kooperationspartner zu finden. Zunächst wolle er in der Burgstadt mit seinen Erzählcafés starten. Der Ankerbahnhof Altena soll ab September auch online zu finden sein. Interessierte können dann alle Informationen unter www.ankerbahnhof.de/altena nachlesen.

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