Schuhhaus Hüttemeister gibt Standort auf

Altena: Weiteres Geschäft schließt

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„Nein, der Schuh drückt nicht!“ – Christian Kurz, Inhaber von Schuhhaus Hüttemeister, nimmt sich nach wie vor viel Zeit für seine Kunden. Und der junge Mann fand seine neuen Sportschuhe „ganz supi!“

Altena - „Räumungsverkauf!“ Mit großen Lettern prangt dieser Werbeslogan am Schuhfachgeschäft von Christian Kurz. Er betreibt seit 2010 in der Innenstadt das alteingeführte Schuhhaus Hüttemeister an der Lennestraße 69. Doch das Wort Räumungsverkauf müsste ergänzt werden, nämlich durch „wegen Geschäftsaufgabe“.

„Ja, es trifft zu. Wir geben das Geschäft auf“, sagt der 35-jährige Kaufmann aus Lüdenscheid. „Das hat aber zu allererst keine Altena-spezifischen Gründe“, schiebt er sofort nach. 

Doch über das wahre Warum schweigt sich der junge Mann aus. „Da spielen viele Faktoren mit.“ Noch habe er einen gültigen Mietvertrag und nicht mit seinem Vermieter gesprochen. „Es läuft erst einmal. Wann wir endgültig den Schlüssel umdrehen werden, kann ich deshalb noch nicht sagen.“ 

Natürlich sei das Internet ein Faktor, der einem Schuhfachgeschäft, so wie er es betreibe, „schon das Leben schwer macht. Aber immer nur klagen, nein, das will ich auch nicht.“ 

Viele Stammkunden

Kurz lässt jetzt seine Kunden mit „Purzelpreisen“ am Auslaufen seines Schuhgeschäftes teilhaben. Es sei schön, so sagt er, dass er sich in all den Jahren viele Stammkunden erarbeitet habe. „Noch sind wir gut sortiert. Ich denke mal, bei Abschlägen von 30, ja bis zu 50 Prozent, kann jeder ein Schnäppchen machen“, wirbt der Kaufmann. 

Nicht betroffen von der Entscheidung, den Standort Altena aufzugeben, ist sein zweites Standbein am Ort, das gegenüber dem Schuhgeschäft liegende Modegeschäft Danando. „Das wird weiter geführt. Gar keine Frage.“ 

Aufgeben will Christian Kurz allerdings eine weitere Dependance. „Wir verlassen auch den Standort Letmathe“, sagt er. Sein Modehaus in Hohenlimburg, das war am Rande zu hören, bleibt davon aber auch unbetroffen, wird weiter geführt. 

Wie bereits berichtet, wird gleich nebenan in Kürze ein weiteres Geschäftslokal frei. „Schöner schenken“ im Hause von Malermeister Guido Busch läuft ebenfalls aus. Auch hier verkauft die Geschäftsinhaberin zurzeit ab. Die Kunden dürfen sich über massive Preisabschläge freuen. 

Aufbruchstimmung verpufft

Nach der Eröffnung des Burgaufzugs herrschte zunächst eine Art Aufbruchstimmung in der Stadt. Mit einer Pop up-Aktion wurde die Gründung von Geschäften auf Zeit gefördert, einige davon wie Annähs Stoffladen existieren bis heute. 

Finanziert wurde das vom Land, das schon 2012 unter der etwas irreführenden Bezeichnung „Begleitmaßnahmen zur Entwicklung des Krämerdorfs“ einen Zuschuss in Höhe von 80 000 Euro bewilligte. 

Davon sind 20 000 Euro noch vorhanden, weitere Aktionen wären also möglich – es sei aber nicht geplant, diese Mittel 2017 auch auszugeben, erklärte gestern Stadtplaner Roland Balkenhol.

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