Pfarrei St. Matthäus: An allen Standorten weiterhin präsent bleiben

In Altena weiter lebendige Kirche sein

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Die zweite Versammlung in St. Matthäus stand ganz im Zeichen der wirtschaftlichen Planungen der Zukunft.

Altena - „Nur aus dem Glauben heraus können wir die richtigen Schritte tun!“ Diesen Satz setzte Pfarrer Ulrich Schmalenbach an den Beginn der Begrüßung zur 2. Pfarrversammlung seiner Großgemeinde am Dienstag. Im Rahmen der Entwicklung des Zukunftsbildes „Du bewegst Kirche“ waren dazu mehr als drei Dutzend Gäste ins Pfarrheim gekommen.

Das Thema Finanzen und damit eine wirtschaftliche Planung bis ins Jahr 2025 und darüber hinaus stand im Mittelpunkt des Abends. Schmalenbach: „Es geht aber nicht vorrangig um Geld, Strukturen, Gebäude: Diese Ressourcen haben eine dienende Funktion.“ Und er fügte an: „Es geht um die Frage: Wie können wir auch künftig eine lebendige Kirche sein?“ Damit bezog er sich auf ein Wort von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck, der sich ähnlich geäußert hatte. Wichtigste Mitteilung des Abends: Die gesamte Pfarrei St. Matthäus möchte trotz Sparzwängen an allen Standorten präsent bleiben. Kirche und Pfarrzentrum in Altena sollen erhalten bleiben. Für Evingsen wünscht man sich ein ökumenisches Zentrum. Schon in Kürze soll es Gespräche mit der ev. Kirche geben, wie das umzusetzen ist.

Michael Meurer, Bistum Essen: „Meckerer melden sich später.“ Er dankte ausdrücklich den vielen Ehrenamtlichen aus St. Matthäus.

Auch der Ortsteil Dahle soll in diese Überlegungen einbezogen werden. Für alle Planungen gibt man sich im Einvernehmen mit dem Bistum sieben Jahre Zeit für die Umsetzungen. Allerdings machten alle Laien-Sprecher der verschiedenen Pfarr-Arbeitskreise, die sich intensiv und mit viel Herzblut in den vergangenen zwei Jahren sowohl in die seelsorgerische Entwicklung als auch die wirtschaftlichen Planungen eingebracht haben, klar, dass St. Matthäus dazu zusätzliche Mittel des Bistums benötigt. Zudem muss Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck das ihm in Kürze zugeleitete Konzept noch in Kraft setzen. St. Matthäus ist aktuell die zweitkleinste Pfarrei im gesamten Bistum. Vor allem aufgrund der großen Fläche und der relativ dünnen Besiedlung habe man eine größere Kostenbelastung als andere Pfarreien, sagte beispielsweise Dietmar Flusche als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Und er sprach Klartext: Müsste das aktuelle Haushaltsdefizit von jährlich mehreren zehntausend Euro sofort ausgeglichen werden, müsste die Pfarrei unmittelbar alle Gebäude bis auf Kirche und Pfarrheim schließen und noch weiter Personal abbauen. Zuvor hatte schon Pfarrer Ulrich Schmalenbach davor gewarnt und von einem dann unweigerlich folgenden „pastoralen Kollaps“ gesprochen.

Mehr als drei Dutzend Gemeindeglieder kamen trotz plötzlich einsetzendem Schnee- und Eisregen zur Versammlung.

Ziel bleibe es aber, den Pfarreihaushalt bis zum Jahr 2030 ausgeglichen dem Bistum vorzulegen. Noch einmal unterstrichen alle Redner, auch Michael Meurer als Berater vom Bistum, es müsse nichts überstürzt werden. Erst 2025 solle die Neuausrichtung der Pfarrei stehen. Auch beim Personal, dem zweiten großen Kostenblock der Gemeinde, wollen die Verantwortlichen behutsam vorgehen. Es gebe keine Kündigungen, aber, wer ausscheide, solle unter Umständen durch Ehrenamtliche ersetzt werden. Das Jugendheim soll schon bald nicht mehr durch die Gemeinde genutzt werden. Die Kitas St. Matthäus und St. Katharina bleiben unangetastet. Die Friedhofshofskapelle Breitenhagen soll weiter für Gottesdienste genutzt werden

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