Heftige Unwetter-Folgen

Hochwasser in Altena und Nachrodt: Video zeigt Rettung von Mann aus der Flut

Unwetter brachten das Hochwasser nach Altena und Nachrodt. Noch immer kämpfen die Menschen gegen Überschwemmungen. Zwei Feuerwehrmänner starben im MK. News im Ticker.

Update von 22.33 Uhr: Wie gefährlich die Wassermassen in Altena waren und auch noch immer sind, zeigt ein Video auf Facebook: Ein Feuerwehrmann wird in der Nettestraße von der Flut mitgerissen. Anwohner ziehen den jungen Mann mit vereinten Kräften aus dem Wasser. Das Video wurde am Donnerstagmittag hochgeladen und ist mittlerweile über 8.000 Mal geteilt worden.

Update von 19.57 Uhr: Weil Altena seit Mittwoch (14. Juli) von der Außenwelt abgeschnitten ist, mussten auch einige Mitarbeiter von VDM im Werk übernachten. Ähnlich erging es vielen weiteren Mitarbeitern in weiteren Städten im MK.

Die Nedschroef GmbH in der Nette, wo der kleine Nettebach zum reißenden Strom wurde und Straßen völlig überflutete, hatte Glück im Unglück. Die Geschäftsführer Thorsten Niggemann und Jan Seiler bedanken sich bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Diese haben kräftig mit angepackt und konnten somit das Schlimmste abwenden. Die Produktion läuft weiter, nur die Verwaltungsangestellten arbeiten im Homeoffice.“

Firma Nedschroef will Notfallplan entwickeln

Es gab zwar Schäden, insbesondere bei den Servern, aber diese halten sich in Grenzen. „Unser Mitgefühl ist bei allen, die stärker vom der Überschwemmung betroffen sind“, so Niggemann und Seiler. Das Unternehmen wird für die Zukunft ein Notfallplan für solche Szenarien entwickeln und sich gerne mit der Region diesbezüglich austauschen.

Update von 19:32 Uhr: Viele Bereiche des öffentlichen Lebens liegen in Altena und Nachrodt nach wie vor lahm. Der Edeka-Markt in Nachrodt, direkt an der B236, öffnete am Donnerstag (15. Juli) gar nicht. Die Museen in Altena, die Burg, und das Drahtmuseum, bleiben ebenso weiter geschlossen wie die Dienststellen des Kreises.

Auch die Hauptstelle der Sparkasse in Altena bleibt geschlossen. Sie sei „mittlerweile wieder betriebsbereit, allerdings ist die allgemeine Lage weiterhin kritisch. Die Erreichbarkeit der Sparkasse am Markaner ist immer noch aufgrund der unwetterbedingten Straßenschäden sowie der Hochwasser-Fluten kaum möglich“, sagt Sparkassen-Sprecher Tomislav Majic.

Bad in Dahle: Liegewiese und Keller voller Wasser

Update von 18.55 Uhr: Auch das Freibad in Dahle ist stark betroffen. Nachdem im Bereich der Liegewiese ein verrohrter Bach über die Ufer getreten war, lief das Wasser in den Keller des Hallenbades und später auch ins Außenbecken. Es sei nicht absehbar, welchen Schaden die Wasseraufbereitung dadurch genommen habe, sagte Bäderchef Hendrick Voß. Genaueres wisse man erst, wenn das Wasser abgepumpt sei.

Das Hallen- und Freibad in Altena-Dahle ist ebenfalls stark vom Hochwasser betroffen.

Nach dem tragischen Tod eines Feuerwehrmanns bei einem Hochwasser-Einsatz am Mittwoch (14. Juli) in der Nette äußern sich erstmals die Kollegen von der Feuerwehr Altena.

Update von 17.43 Uhr: Neue Nachrichten von der B236 in Nachrodt: Die großen Massen Geröll, die der Kreinberger Bach auf die Bundesstraße gespült hatte, sind von der B236 geräumt worden. Darum kümmerte sich Tiefbauer Sigi Müller mit einem Team. Nun soll der Kreinberger Bach am Freitag (16. Juli) zurück in sein Bachbett gelegt, dann von Geröll freigeräumt und gesäubert werden. Wenn der Bach wieder normal in seinem Bett fließt, werden die Schutzwände wieder abgebaut.

„Dann sieht man erst, wie viele Schäden es überhaupt gibt“, sagt Sigi Müller. Und bevor an der B236 wieder Verkehr fließt, muss Straßen.NRW einen Blick darauf werfen. Autofahrer werden sich also noch eine ganze Weile gedulden müssen. Auch der Helbecker Weg, wo der Bahnübergang völlig überflutet wurde, wurde 10 bis 15 Meter ausgespült, Leitungen liegen frei. Hier ist ebenfalls Geduld gefragt.

Feuerwehr Nachrodt: Alle Einsätze abgearbeitet

Die gute Nachricht: Die Lage entspannt sich ein wenig für die Feuerwehr in Nachrodt-Wiblingwrede. 81 Einsätze haben die Kräfte seit der Nacht zum Mittwoch (14. Juli) abgearbeitet, jetzt herrscht wieder Regelbetrieb, keine weiteren Einsätze sind aktuell offen. Gemeindebrandmeister Mark Wiille sagt: „Die Mannschaft ist gesund und müde.“

 
Gut geht es auch den Bewohnern des Pertheshauses in Nachrodt. Dort blieb die Lage entspannt. „Sie haben nur den Starkregen gehört. Wir laufen ja auch nicht durch die Zimmer und verbreiten schlechte Nachrichten“, sagt Pflegedienstleiterin Grazyna Kowalski.

Pertheshaus: Senioren überstehen Lage entspannt

Die Situation sei bei den alten Herrschaften ruhig und entspannt gewesen. Während die Mitarbeiter aus Altena am Donnerstag (15. Juli) nicht kommen konnten, schafften es aber alle Kollegen aus Nachrodt und Iserlohn. „Sogar die Nachtschicht aus Lüdenscheid hat es hierher geschafft“, erzählt Grazyna Kowalski. Sie selbst wohnt in Einsal und hatte Sorge, wie sie zur Arbeit kommen sollte. „Aber es gab viele freiwillige Helfer, die das Geröll von der Straße weggeschaufelt haben. Dann konnten wir fahren.“
 

Hochwasser in Altena und Nachrodt: Die Bilder am Donnerstag

Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
Hochwasser in Altena und Nachrodt: Die Bilder am Donnerstag

Update vom 15. Juli, 14.04 Uhr: Zwar hat der Regen aufgehört, doch am Donnerstag gilt weiterhin die „Großeinsatzlage“. Im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum Rosmart laufen alle Einsätze zusammen. In Altena und Nachrodt ist die Situation weiterhin besonders kritisch.

StadtAltena
KreisMärkischer Kreis
Fläche44,29 km²

Die Einsatzleitung unter der Leitung von Kreisbrandmeister Michael Kling ist nach Angaben des Kreises ebenso wie die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Hilfsorganisationen im Dauereinsatz. Auch überörtliche Hilfe ist angefordert worden, um der Hochwasser-Lage möglichst schnell Herr zu werden. Rund 300 Einsatzkräfte aus dem Regierungsbezirk Detmold, aus Herford und Löhne unterstützen die Arbeit im Märkischen Kreis - auch in Altena und Nachrodt. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet machte sich am Donnerstag selbste in Bild von der Lage vor Ort und kam nach Altena.

Land unter in Altena und Nachrodt. Das Hochwasser macht den Menschen zu schaffen. Firmengebäude, Privathäuser, Autos und Straßen stehen unter Wasser.

Hochwasser in Altena: Kampf gegen die Unwetter-Folgen geht weiter

[Erstmeldung vom 15. Juli] Altena - Eine dramatische Hochwasser-Lage sucht seit Mittwoch Altena und Nachrodt heim. Reißende Ströme rissen und reißen alles mit sich - Autos, Container, diverse andere Gegenstände. Häuser und Straßen stehen auch an Tag eins nach dem Unwetter und der großen Flut weiter unter Wasser. Die Schäden sind noch kaum absehbar. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind pausenlos im Einsatz.

Unwetter und Hochwasser: Altena und Nachrodt stehen unter Wasser

Die Einsatzkräfte warnten die Bürger schon am frühen Donnerstagmorgen davor, ihre Häuser zu verlassen. An Normalität ist für viele Menschen, deren Hab und Gut in Altena und Nachrodt unter Wasser steht, ohnehin nicht zu denken. Besonders tragisch sind die Nachrichten vom Tod zweier Feuerwehrmänner, die am Mittwoch in den Hochwasser-Fluten ums Leben kamen - ein 46-Jähriger in Altena, ein 52-jähriger in Werdohl. In den sozialen Medien bringen die Menschen ihre Anteilnahme zum Ausdruck.

Am Donnerstagmorgen war sofort klar: Altena ist genau wie am Mittwoch fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten - und die Schäden werden immens sein. Viele Straßen sind unpassierbar. Obwohl sie mit Wasser, Schlamm und Geröll bedeckt sind, ist schon jetzt offenkundig, dass sie massiv beschädigt worden sind. An manchen Stellen wurden Straßen regelrecht aufgerissen - große Asphaltbrocken liegen nun herum und zeugen vom Ausmaß des Hochwassers.

Starkregen: Die Bilder aus Altena und Nachrodt

An der Elsa-Brandström-Straße in Altena liefen Keller voll.
An der Elsa-Brandström-Straße in Altena liefen Keller voll.
An der Elsa-Brandström-Straße in Altena liefen Keller voll.
An der Elsa-Brandström-Straße in Altena liefen Keller voll.
Starkregen: Die Bilder aus Altena und Nachrodt

Unwetter bringen Hochwasser: Altena kämpft gegen Überschwemmung

Unternehmen in Altena, die ihre Produktionsstätten im Nette- oder Rahmedetal haben, sind genauso überschwemmt worden, wie zahlreiche Privathaushalte und sogar die Feuer- und Rettungswache. Auch das Bild in der Innenstadt nach dem Unwetter lässt nichts Gutes erahnen. In Geschäften auf der Lennestraße steht das Wasser, Keller sind vollgelaufen.

Unwetter im MK: Zig Einsätze

Nachrodt hat es schlimm erwischt: vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und Bahngleise.
Nachrodt hat es schlimm erwischt: vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und Bahngleise.
Nachrodt hat es schlimm erwischt: vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und Bahngleise.
Nachrodt hat es schlimm erwischt: vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und Bahngleise.
Unwetter im MK: Zig Einsätze

Während die Lenne in der Nacht den Höchststand von fast 4,50 Metern erreichte, der Wasserstand inzwischen aber leicht zurück geht, verheißt auch der Blick auf die Volme nichts Gutes. Die Volme hatte am Donnerstagmorgen (Stand 8.30 Uhr) einen Pegel von 2,39 Meter.

Hochwasser-Chaos herrscht nach den Unwettern vielerorts in NRW. Die Lage ist kritisch. Es sind - neben den beiden tragischen Todesfällen in Altena und Werdohl - immer mehr Tote zu beklagen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Betroffenen des Hochwassers ein Versprechen abgegeben.

Sie möchten detailliert nachlesen, was in Altena und Nachrodt am Mittwoch passiert ist? Dann lesen Sie hier unseren ersten Hochwasser-Ticker.

Rubriklistenbild: © Lars Schäfer

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