Land will Polizeiwachen modernisieren - Altena steht auf der Liste

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Blaulicht und Einsatzfahrzeug - draußen ist alles top - doch die Wache Altena muss dringend saniert werden.

Altena - Mit einem Millionenaufwand will die nordrhein-westfälische Landesregierung in den kommenden Jahren Polizeiwachen von Ratten, Schimmel und Verfall befreien. Das kündigte das das Innenministerium an. In etlichen Wachen seien die Zustände für die Polizeibeamten nicht mehr akzeptabel, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU)

Die Polizeigewerkschaften begrüßten den „überfälligen Schritt“ auch mit dem Hinweis auf die Zustände in der Polizeiwache Altena. Das Innenministerium wird bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2022 rund 906 Millionen Euro in die Liegenschaften des Geschäftsbereichs investieren. Damit soll der in den vergangenen Jahrzehnten entstandene massive Sanierungsstau von etwa 1,3 Milliarden Euro zu mehr als zwei Dritteln abgebaut werden. Das jetzt beschlossene „Investitionsprogramm 2022“ sieht unter anderem umfangreiche Sanierungen, Modernisierungen und Neuanmietungen vor.

Viele Sanierungen

Der Großteil des Geldes, rund 680 Millionen Euro, kommt dabei der Polizei zugute. Davon sollen etwa marode Polizeiwachen modernisiert und dringend erforderliche Neubauten realisiert werden. Als Beispiele für Städte mit teils maroden Polizeiwachen nannten Sprecher der Polizeigewerkschaften gegenüber unserer Zeitung Hamm, Altena, Büren, Essen, Duisburg, Bielefeld, Paderborn, Wuppertal und Düsseldorf. Allerdings, so betonte ein Sprecher der Gewerkschaft: Grundlage hierfür sei in Teilen eine Abfrage aus dem vergangenen Jahr. Zudem steckten hinter dem Schlagwort Baumängel nicht nur undichte Fenster.

Büroräume

Es gehe zum Beispiel auch um größere Büroräume und Schießstände, um die Digitalisierung von Polizeiwachen oder um ausreichend Duschräume für die weiblichen Kollegen, deren Zahl in den letzten Jahren zugenommen habe. Kritikpunkte in Altena sind die fehlende Barrierefreiheit, der allgemein schlechte Zustand der Räume im Stapelcenter und die Tatsache, dass die Wache viel zu groß ist. „Wir erwarten von unseren Beamten, dass sie in schwierigen Zeiten schwierige Probleme lösen. Dann müssen wir ihnen aber auch Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, in denen sie sich wohlfühlen und für die sie sich nicht schämen müssen“, so Reul. Neben der NRW-Polizei profitieren vor allem die Bezirksregierungen, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und die Fortbildungsakademie Herne von den zusätzlichen Finanzmitteln.

Kritik

Die Vorgängerregierung hatte laut Innenministerium für Liegenschaftsinvestitionen bis zum Jahr 2022 nur etwa 130 Millionen Euro vorgesehen. Dieser Betrag werde nun um rund 776 Millionen Euro aufgestockt. „Wir haben über Jahrzehnte von der Substanz gelebt. Deshalb war es jetzt wichtig, das Ruder rumzureißen und endlich wieder zu investieren“, so Reul.

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