Millioneninvestition

VDM: „Standort steht nicht zur Diskussion“

Am VDM-Standort Altena werde nicht gerüttelt. „Der Standort steht nicht zur Diskussion“, so die Geschäftsleitung.

Altena - „Altena ist einer der traditionsreichsten Standorte der VDM, zu dem wir uns ohne Wenn und Aber bekennen. Der Standort steht nicht zur Diskussion.“

Von Johannes Bonnekoh

Deutliche Worte von Philipp Verbnik, Marketing und Regional Management der VDM Metals GmbH, auf eine Anfrage unserer Redaktion. Weil derzeit wieder verstärkt Gerüchte durch die Stadt laufen und kursieren, VDM plane nicht nur einen großen Personalabbau (zurzeit sind etwa 380 Mitarbeiter vor Ort tätig), denke sogar über eine Aufgabe des Standortes nach, wurde die Geschäftsleitung durch ihren Sprecher noch konkreter.

„In Altena befinden sich unsere Blechproduktion und die Walzstangenadjustage. In den vergangenen Monaten hat VDM viel Geld in die Hand genommen, um den Standort zu modernisieren.“ Verbnik spricht von „insgesamt mehreren Millionen Euro.“ Das Geld sei unter anderem in eine neue Schleifanlage, eine neue Schälanlage und eine neue Trennanlage investiert worden. VDM-Beschäftigte vor Ort werden es gerne hören: „Auch in den kommenden Monaten stehen weitere Inbetriebnahmen auf der Agenda. Zum Beispiel neue Glühöfen und eine neue Kaltblechrichtmaschine.“

Die Geschäftsleitung verhehlt nicht, dass externe Berater derzeit dabei sind, die „Kostenstrukturen zu überprüfen, um VDM effizienter aufzustellen.“ Geplant sei ein Personalabbau an allen Standorten (Gesamtbeschäftigte circa 1 700 Inland)), verteilt über die kommenden drei Jahre. Aber: Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben und alles werde sozialverträglich ablaufen.

Verhandlungen zu einem Sozialplan gäbe es noch nicht, „sie sind noch zu führen.“ Der Standort- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen an allen deutschen Standorten bis Ende 2015 ausschließe, stehe aktuell nicht zur Diskussion.

Betriebsratchef Ralf Springob, Altena, bestätigte die laufenden Gespräch und ging nicht ins Detail. Lediglich auf der IG-Metall-Seite vdm-igm.de wird die Gewerkschaft deutlicher. Sie sagt: „Personalabbau bei VDM geplant – Mitarbeiter sollen Missmanagement der letzten Jahre ausbaden.“ Aus diesem Grund will, so heißt es auf der Internetseite weiter, „der Gesamtbetriebsrat mit externer Unterstützung, Gewerkschaftsmitgliedern und mit Hilfe der IG Metall ein eigenes Konzept erstellen.“

Während die Boston Consulting Group, deren Berater zurzeit auch in Altena sind, anregt, konzernweit 134 Mitarbeiter freizusetzen, plant die Geschäftsleitung mit 200 Beschäftigten. Philipp Verbnik kündigte an, die Geschäftsleitung stehe und bleibe mit den Mitarbeitern in ständigem Dialog. Der Betriebsrat gibt sich kämpferisch: „Wir werden (...) über Flugblätter, außerordentliche Betriebsversammlungen oder kurzfristige Info-Veranstaltungen informieren.“

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