VHS-Zweigstelle Altena steht auf der Kippe

Áltena - Die Verbandsversammlung der Volkshochschule hat am Mittwochabend, 9. April, in Werdohl einstimmig beschlossen, künftig keine Studienfahrten mehr anzubieten. Betroffen sind mehrtägige Reisen ebenso wie eintägige Exkursionen.

Die Verbandsversammlung der VHS mit den Kommunen Werdohl, Plettenberg, Altena, Neuenrade und Nachrodt-Wiblingwerde steht schon seit Monaten unter dem Druck der Stadt Altena und der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde, die unter dem Zwang der Haushaltssanierung handeln. Die beiden Kommunen hatten durch Einschaltung der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) nachprüfen lassen, wieviel an Verbandsbeiträgen eingespart werden können.

Verbandsvorsteher Siegfried Griebsch schilderte das am Mittwoch so, dass Altena bis zum Jahre 2017 bis zu 70 Prozent der derzeitigen Umlage von 70 000 Euro einsparen wolle. Der umfangreiche Prüfbericht der GPA vom Juli vergangenen Jahres wurde in mehreren internen Sitzungen durchgearbeitet, er mündete zunächst in einigen Grundsatzentscheidungen.

Die Verbandsversammlung erklärte am Mittwoch einstimmig folgende fünf Punkte: Schulabschlusslehrgänge und Integrationskurse bleiben weiterhin ohne Kürzung des Angebotes bestehen; die Zentralisierung der Verwaltung in Werdohl unter Aufgabe der Bezirksstellen in Altena und Plettenberg soll überprüft werden; als politische Zeichensetzung und zur Kosteneinsparung soll auf Studienfahrten verzichtet werden; geprüft werden soll die Auslagerung von Aufgaben der EDV-Administration; die Sachbearbeiterstelle der zum 30. Juni ausscheidenden Inge Jülich in der Geschäftsstelle Werdohl soll so schnell wie möglich auf zwei Jahre befristet wieder besetzt werden.

Als Beschlussvorschlag war dies schon am Montag im Altenaer Rat vorgestellt worden, außerdem gab es vorher eine Zusammenkunft mit den Kämmerern aus Altena und Nachrodt-Wiblingwerde. Dabei wurde klar, dass mit den gestern vereinbarten Grundsatzbeschlüssen die hochgesteckten Sparziele der beiden Kommunen in keiner Weise erreicht werden können, man damit aber wohl dennoch erstmal zufrieden sein könne. Rüdiger Schwerdt von der Altenaer Stadtverwaltung stellte das in der Verbandsversammlung am Mittwoch so dar.

„GPA weit über das Ziel hinausgeschossen“

Altena müsse seine Sparvorgaben in den nächsten Jahren „nach oben“ korrigieren, erklärte er. Nach der Kommunalwahl wolle Altena die VHS-Leiterin Barbara Funke einladen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. Der Verbandsvorsteher Griebsch merkte in diesem Zusammenhang an, dass die Gemeindeprüfungsanstalt „weit über das Ziel hinausgeschossen sei“.

Bei der erst noch zu überprüfenden Aufgabe der Bezirksstellen in Altena und Plettenberg spart die VHS direkt nichts ein, da die Städte die Räume der VHS kostenfrei zur Verfügung stellen. Durch die Zentralisierung des Personals in Werdohl seien eventuell Synergieeffekte zu erwarten, sagte Griebsch. Es werde aber nur ein Prüfungsbeschluss gefasst und kein Schließungsbeschluss.

Durch den Wegfall von Studienfahrten würden „marginal“ Personalstunden eingespart, die an anderer Stelle eingesetzt werden würden, sagte Griebsch. Barbara Funke erklärte dazu: „Seit ich in der Leitung der VHS bin, habe ich keine mehrtägigen Studienfahrten begleitet.“

Die Verbandsversammlung befürchtet durch den Wegfall aller Studienfahrten möglicherweise einen Imageschaden. Griebsch: „Vielleicht sprechen wir dann Teile des Bildungsbürgertums nicht mehr an.“

Eine kritische Stimme gab es nur von einem Vertreter der Stadt Plettenberg: „Sparen wir hier wirklich etwas ein oder tun wir nur so?“

von Volker Heyn

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