Riesen-Bärenklau kaum zu bändigen

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Der Riesen-Bärenklau breitet sich rasant aus.

Altena – Der Bauhof wird dem Riesen-Bärenklau nur schwer Herr. Er verbreitet sich rasant. Dabei ist er nicht ungefährlich.

Den Kampf gegen den kaukasischen Riesenbärenklau führen die Mitarbeiter des Bauhofes Jahr für Jahr. Mit den eindrucksvollen Pflanzen – sie sind besser bekannt als Riesen-Bärenklau – machen sie kurzen Prozess. Man schneidet den dicken Stängel möglichst direkt dort ab, wo die Pflanze aus dem Boden kommt. 

Etwas anderes wäre zum Beispiel am steinigen Flussufer auch kaum denkbar. „Den Bärenklau auszugraben ist teilweise kaum möglich“, sagt Altenas Bauhof-Leiter Volker Richter. Hinzu kommt, dass das Ausgraben des Doldenblüters noch gefährlicher ist als das Abschneiden. 

Denn beim Kontakt mit der Pflanze kann es – in Verbindung mit Tageslicht – zu verbrennungsähnlichen Verletzungen kommen Der Riesen-Bärenklau enthält photosensibilisierende Substanzen aus der Gruppe der Furocumarine. Diese bewirken, dass die Haut extrem auf UV-Licht reagiert – quasi mit einem übermäßigen Sonnenbrand. Sogar der Blütenstaub ist gefährlich. Man muss sich bei der Arbeit also vorsehen. Handschuhe und Einmal-Anzüge sind bei der Bekämpfung unerlässlich. 

Nicht ohne Grund trägt die Pflanze den zweifelhaften Titel „Giftpflanze des Jahres 2008“. Natürlich sei das Abschneiden der Pflanzen auch kein Allheilmittel. Doch Herbizide – Unkrautbekämpfungsmittel – dürfen in der Nähe der Gewässer nicht eingesetzt werden. „Und die Heißwasser-Methode, bei der die Wurzeln quasi gekocht werden sollen, ist sehr aufwendig“, sagt Richter. Zudem befindet sich das Heißwasser-Gerät auf einem Anhänger und kann damit in Ufernähe und an Böschungen kaum eingesetzt werden. 

In der Umgebung von Spielplätzen, wo Gefahr für Eltern und Kinder droht, wird der Bauhof sofort aktiv. „Es gibt wöchentliche Spielplatzkontrollen.“ Fällt die Pflanze dort auf, geht es ihr an den Kragen. Dort graben wir die Pflanzen nach Möglichkeit auch aus“, unterstreicht der Bauhof-Chef. 

Schon seit Jahren bemüht sich das Bauhof-Team, den Neophyt vor allem an den Ufern der Lenne und der Bäche zurückzudrängen. Ein wenig gleichen diese Bemühungen dem Kampf, den der berühmte Ritter Don Quijote gegen die Windmühlen ausgetragen hat. 

Das hat mehrere Gründe: Die Samen des Riesen-Bärenklaus werden durch den Wind übertragen, keimen sehr früh, und die Pflanze wächst stark. Somit hat sie gegenüber anderen Pflanzenarten Vorteile und kann sich meist durchsetzen. 

Außerdem stellt die Herkulesstaude wenig Ansprüche an den Boden, nur sehr saure Böden mag sie nicht. „Das größte Problem ist aber, dass die Samen auch durch die Gewässer verbreitet werden,“ erklärt der Bauhof-Chef. Bis zu drei Tage können die Samen in der Lenne schwimmen, um an einen neuen Standort zu gelangen. 

Die Pflanze stelle in allen umliegenden Gemeinden ein Problem dar, sagt Richter. „Jeder versucht so gut wie möglich, der Sache Herr zu werden. Aber auch ich kann nicht sagen, dass wir alle Ecken im Griff hätten.“ Folglich bleibt den Bauhof-Mitarbeitern nichts anderes übrig, als Schadensbegrenzung zu betreiben. Volker Richter hat übrigens beobachtet, dass sich das Problem in den letzten Jahren vergrößert hat. „Vor 20 Jahren war das noch nicht so wild."

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