Richtfest am Erweiterungsbau von Lüling

+
Die drei mit der Baustelle: Peter Wilm Schmidt, Christian von der Crone und Fabian Schmidt (von links) leiten die Firma Lüling. ▪

ALTENA - Die Bauherren ließen sich nicht lumpen: Schnittchen und Kaltgetränke bot die Firma Lüling beim Richtfest am Mittwoch, 8. Mai, Handwerkern und geladenen Gästen an. Das sah der Zimmermeister gerne – mit Karacho schleuderte Meinolf Aßmann nach seinem Richtspruch das Glas in die Tiefe, um dem Bau auch weiterhin ein gutes Gelingen zu wünschen.

Ende des Jahres soll alles fertig sein – ein ambitioniertes Ziel. Denn: Was jetzt zu sehen ist, ist nur ein Teil. Vor die schmale, aber hohe Halle, die jetzt im Rohbau fertig ist, kommt in den nächsten Monaten noch eine zweite, die bis an die ehemalige Kleffstraße reichen wird. Die überbaute Fläche des Unternehmensstandortes steigt damit um 5000 auf 13 000 Quadratmeter.

Handlungsbedarf zeichnete sich schon vor über zehn Jahren ab – damals kaufte die Firma der Baugesellschaft das Grundstück ab, auf dem jetzt gebaut wird. Konkreter wurden die Pläne, als zwei angehende Ingenieure sich wenige Jahre später im Rahmen ihrer Diplomarbeiten mit dem Materialfluss in der Firma und dem Zuschnitt der Produktionsflächen befassten. Sie lieferten damit wichtige Grundlagen für das, was jetzt geschieht.

Dann kam die Krise, die auch Lüling nicht verschonte – die Neubaupläne wurden auf Eis gelegt, bis es 2010 wieder aufwärts ging. Ein Jahr später begannen dann die Bauarbeiten, und zwar mit aller Macht. Lüling-Geschäftsführer Fabian Schmidt nannte am Mittwoch einige Eckdaten: 5250 Kubikmeter Recyclingmaterial wurden angeliefert, um das Gelände auf die richtige Höhe zu bringen, 1200 Kubikmeter Beton wurden verbaut und 1270 Stahlträger mit einer Gesamtlänge von 4,4 Kilometer bilden das tragende Gerüst für den Neubau. 11260 Schrauben halten die Stahlstreben zusammen.

Als Architekten verpflichtete die Lüling-Geschäftsführung Jürgen Dümpelmann. Für den Stahlbau ist die Firma Brill aus Lennestadt verantwortlich, Erdarbeiten und Fundament übernahm das Plettenberger Bauunternehmen Meier. Eine wichtige Rolle wird in den nächsten Monaten die Steuler Anlagenbau GmbH aus Höhr-Grenzhausen spielen: Sie baut in die am Mittwoch gerichtete Halle eine hochmoderne „OBA“ ein – das steht für Oberflächenbehandlungsanlage.

Dort erhalten die bei Lüling produzierten Drähte vor, während und zum Teil auch nach dem Ziehen durch Beizen, Phosphatieren, Beseifen und andere Prozesse die gewünschte Oberflächengüte. Eine Anlage also, in der viel Chemie eingesetzt wird. Entsprechend hohe Anforderungen werden an Arbeitssicherheit und Umweltschutz gestellt.

Nachbarfirmen, Stadtverwaltung, Betriebsrat und Handwerker waren zum gestrigen Richtfest eingeladen – und die Commerzbank, die bei der Finanzierung behilflich ist. Einen hohen, einstelligen Millionenbetrag verbaue Lüling zur Optimierung seines Stammwerkes, verriet Fabian Schmidt am Mittwoch. Davon unberührt bleiben die zwei Filialen des Unternehmens: Das 1997 erworbene Werk an der Untergrüner Straße in Iserlohn wird weiterhin als zweites Standbein dienen. Eine Halle in der Nette ist reines Lager, Teile davon sind vermietet.

von Thomas Bender

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare