Räuber auf Fahndungsfotos leider oft nicht zu erkennen

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Die Polizei entschuldigte sich für die Qualität der Aufnahmen.

Altena - Drei Männer überfallen eine Tankstelle. Die Überwachungskamera filmt den Vorfall und es entstehen Bilder, die die Polizei anschließend zur Fahndung veröffentlicht. Doch zu sehen sind nur schwarze, verpixelte Gestalten.

Eine von ihnen trägt eine Basecap mit Beschriftung, was darauf steht und was sie in der Hand hält ist allerdings schlecht zu erkennen. In der Polizeimeldung heißt es: „Die Polizei bittet die schlechte Qualität zu entschuldigen.“

Bilder wie die von dem Überfall in Menden am vergangenen Samstag werfen immer wieder die Frage auf, warum Überwachungskameras keine besseren Bilder liefern. Laut Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis, gebe es lediglich ein Anraten, welche Qualität die Kamera haben sollte, Vorschriften würden dazu nicht gemacht. Gerade bei Tankstellen sei Sinn und Zweck der Aufnahmen in erster Linie, Tankbetrug aufzuklären. „Um das Kennzeichen erkennen zu können, reichen die Kameras aus“, sagt Boronowski.

Bei der Volksbank im Märkischen Kreis hingegen ist die Videoüberwachung an den Kassenarbeitsplätzen Vorschrift, wie Lavinia Heße, Direktorin Vertriebsmanagement, erklärt. Im SB-Bereich werde bei der Volksbank freiwillig Überwachungstechnik eingesetzt.

Besonders bei den Kameras in den Geldautomaten komme es bei der Qualität immer auf das Alter des Automaten an. Da diese im Schnitt zehn bis zwölf Jahre genutzt würden, sei die Technik teilweise entsprechend alt. „Unser Bestand ist aber jünger“, fügt Heße hinzu. Gerade bei den Kameras in den Geldautomaten bleibe jedoch eine Problematik: „Sie fotografieren meist schräg von unten gegen das Licht“, sagt sie.

Sind die Aufnahmen schließlich bei der Polizei gelandet, muss diese meist einen Beschluss von der Staatsanwaltschaft einholen, um Bilder von Personen veröffentlichen zu dürfen. Im Ermessen des Staatsanwaltes liege es dann, ob und wie schnell das Foto veröffentlicht werden darf. Sind die abgebildeten Personen durch eine Vermummung unkenntlich, so kann die Polizei das Bild – wie im Fall des Mendener Überfalls – ohne Beschluss der Staatsanwaltschaft veröffentlichen. „Dann sind ja keine Gesichtszüge zu erkennen“, erklärt Boronowski.

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