Pilz bedroht Ahornbäume: Auch für Menschen eine Gefahr

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Der Pilz ist an der Rinde der Ahornbäume erkennbar.

Altena – Der Wald muss viel ertragen: Neben dem Borkenkäfer bedroht nun noch ein Pilz die Bäume, vor allem Ahornbäume. Auch für Menschen ist er gefährlich.

Der Borkenkäfer setzt den heimischen Wäldern massiv zu. Nun bedroht ein Pilz auch noch die Ahornbäume. Die sogenannte „Rußrindenkrankheit“ breitet sich laut Experten des Landesbetriebes Wald und Holz.NRW zunehmend aus. 

Auch in den Altenaer Wäldern gibt es zum Teil stattliche Ahornbäume. „Die sind bis jetzt noch nicht von der Rußrindenkrankheit betroffen“, sagt Revierförster Christoph Schäfer. Aber ob die Krankheit allerdings weiter einen Bogen um die heimischen Wälder und Bäume mache, könne momentan wohl niemand sagen. 

„Im Ruhrgebiet ist das leider schon jetzt ganz anders“, sagt der Förster. „Wir wurden erst kürzlich noch per Mail über die Situation dort informiert. Das muss ganz dramatisch sein.“ Auch im südlichen Märkischen Kreis gibt es bereits erkrankte Ahornbäume. 

Die gibt es im heimischen Forst zwar eher „in geringer Zahl“, sagt Schäfer. Ähnliches gilt für das Stadtgebiet von Altena. , sagt Baubetriebshof-Chef Volker Richter fest. Diese Holzart sei im Gegensatz zu Platanen in der Burgstadt „nicht wirklich weit verbreitet.“ Richter ist mit seinem Team für die Pflege und Begutachtung der Bäume in städtischen Besitz zuständig. 

Doch er berät sich regelmäßig mit Kollegen aus der Region, auch über die Krankheit. Aus Gesprächen mit Bauhofsleitern aus dem Ruhrgebiet kennt er die neue Pilzerkrankung. 

Der 61-Jährige erläutert, wie man am Ort gegensteuert. Mindestens zwei Mal im Jahr, einmal in belaubtem, einmal im unbelaubten Zustand, prüfen Markus Schauerte und René Hülle als speziell geschulte Baumbetrachter aus dem Team des Baubetriebshofes den Zustand „aller städtischen Bäume. Das ist uns wichtig. Dabei wird der aktuelle Gesundheitszustand ebenso aufgenommen, wie sichtbare Schäden oder der Anteil des Totholzes“, sagt Richter. Alle städtischen Bäume sind durchnummeriert und in einem Baumkastaster eingetragen. Von ihnen „darf keine Gefahr ausgehen. Da sind wir schon hinterher.“ 

Die Rußrindenkrankheit wurde 2005 aus den USA nach Europa eingeschleppt. Wenn ein Ahorn von dieser Pilzkrankheit betroffen ist, kann das sogar für empfindliche Menschen gesundheitliche Auswirkungen haben: Die Sporen können laut Wald und Holz.NRW bei intensivem Kontakt eine allergisch bedingte Entzündung der Lungenbläschen hervorrufen (Alveolitis). Eine besondere Gefährdung bestehe daher bei der Fällung und Aufarbeitung betroffener Bäume, sowie bei der Verarbeitung von (Brenn-)Holz. 

„Auch Personen mit Vorschädigungen der Atemwege sind gefährdet. Die Symptome – Reizhusten, Fieber, Atemnot, Schüttelfrost –, treten in der Regel sechs bis acht Stunden nach Kontakt auf und können mehrere Stunden, teilweise auch mehrere Tage oder Wochen, anhalten“, heißt es. 

Besonders auffällig sind bei der Rußrindenkrankheit die schwarzen Sporen, die sich auf der Rinde des Ahorns befinden. Wald und Holz.NRW appelliert: „Wichtig ist, befallene Bäume sofort zu fällen und zu vergraben. So kann man aus heutiger Sicht die Ausbreitung der Sporen verhindern. Als Brennholz eignet es sich nicht mehr.“ 

Eine Meldepflicht besteht bei der Rußrindenkrankheit nicht. „Nach den vielen Schadensmeldungen aus dem nahen Ruhrgebiet behalten wir unsere Altenaer Ahorn-Bäume besonders im Auge“, sagt Richter. Wenn wir eingreifen müssten, wäre das um einige der Baumriesen sicherlich sehr schade."

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