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Lutherkirche: Vorleser brauchen dringend Verstärkung

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Von: Ines Engelmann

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Eine feste Tradition seit 15 Jahren: Immer donnerstags lesen engagierte Frauen, zuletzt Gisela Gontermann am Donnerstag, ab 11 Uhr Texte in der Lutherkirche vor. Nun sucht das Team dringend jüngere Verstärkung.
Eine feste Tradition seit 15 Jahren: Immer donnerstags lesen engagierte Frauen, zuletzt Gisela Gontermann am Donnerstag, ab 11 Uhr Texte in der Lutherkirche vor. Nun sucht das Team dringend jüngere Verstärkung. © Goor-Schotten, Hilde

Jeden Donnerstag gibt es um 11 Uhr in der Lutherkirche eine kleine Vorleserunde. Und das schon seit über 15 Jahren. Doch damit könnte bald Schluss sein, denn die Ehrenamtlichen werden älter. Unterstützung von Jüngeren ist nun gefragt.

Altena – „Damals waren wir 28 Leute, die abwechselnd in der Kirche für eine halbe Stunde etwas vorgelesen haben“, erinnert sich Organisatorin Ulla Rinke, die die Vorleseaktion vor circa 15 Jahren ins Leben gerufen hatte.

Dass es sich bei der Lesung um eine Herzensangelegenheit handelt, wird schon in der Entstehungsgeschichte deutlich: Rinke stand auf ihren zahlreichen Reisen immer wieder vor geschlossenen evangelischen Kirchen. „Das hat mich auf meinen Reisen sehr geärgert.“ Während die Türen der katholischen Kirchen häufig offen standen, um Besucher die Gotteshäuser auch von innen bestaunen zu lassen, blieben die evangelischen meistens zu. „Und ich dachte, dass wir das bei uns ändern müssen.“ So etablierte sich die offene Lutherkirche am Donnerstag samt Lesung.

Lutherkirche: Vorleser brauchen dringend Verstärkung

Rinke betont: „Wir lesen nicht nur kirchliche Texte, sondern vor allem in Zeiten von Corona auch heitere und lustige Geschichten. Das brauchen wir alle nämlich jetzt besonders.“ Auch kleine Vorträge halten die Ehrenamtlichen hin und wieder. Dadurch, dass sich jeder Vorleser selbst Themen überlegen kann, sind kaum Grenzen gesetzt. „Es sollte natürlich in den Rahmen der Kirche passen“, fügt Rinke hinzu.

Sie selbst hielt zum Beispiel – mit Blick auf die bestehende Pandemie – einen Kurzvortrag zur Pest. „Das hat mir gezeigt, wie viele Parallelen es zum heutigen Verhalten der Menschen und der Pandemie gibt.“ Doch egal für welches Thema sich der Vorleser entscheidet, wichtig ist am Ende nur, dass die Aktion Freude bereitet. Das sieht auch Rinke so: „Mir ist es egal, ob ich vor einer Person oder vor zehn lese. So lange die Zuhörer Freude daran haben, habe ich es auch.“

Vorleser brauchen dringend Verstärkung: So lief´s in der Pandemie

Auch in Zeiten von Corona sei die Lesung mittlerweile kein Problem mehr. Im ersten Lockdown fielen die Veranstaltungen zwar aus, aber danach konnten sie wieder mit Abstand und Maskenpflicht stattfinden. „Das ist in der Kirche auch gar kein Problem. Es ist genügend Platz zum Abstandhalten“, versichert Rinke.

Aber: „Dadurch, dass wir alle natürlich 15 Jahre älter geworden und nun alle um die 80 Jahre alt sind, fehlen uns Vorleser“, sagt Rinke. Mittlerweile ist das Team auf gerade einmal sechs Personen geschrumpft. Damit auch weiterhin donnerstags Lesungen in der Lutherkirche stattfinden können, suchen die Ehrenamtlichen Unterstützung. „Wir freuen uns über jeden, der Lust hat, etwas vorzulesen oder eigene kurze Vorträge halten möchte“, sagt Rinke.

Wer Interesse hat, das Vorlese-Team in der Lutherkirche zu unterstützen, kann sich bei Ulla Rinke unter Telefon 0 23 52/2 43 36 für weitere Details melden.

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