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Die Blumen hängen wieder

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Von: Thomas Bender

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Hochwasser Lenne Aufräumarbeiten
Dieter Steinmann und seine Mitarbeiter haben die ersten Blumenkästen aufgehängt. © Schäfer, Lars

Altena – Was für ein Zeichen! Die Firma Steinmann hat am Montag die vom Hochwasser leergefegten Blumenkästen vom Geländer der Lenneuferstraße entfernt und sofort einige davon neu bepflanzt und wieder aufgehängt. „Es muss ja weitergehen“, sagte Dieter Steinmann.

Altena – Für den Gärtnermeister war es selbstverständlich, mit dieser Aktion ein Zeichen zu setzen in einer harten Zeit. „Das, was ich noch da hatte, haben wir gepflanzt: Geranien, Petunien, Tagetes. Viele Blumenkästen waren kaputt. Die Kästen, die wir noch im Lager hatten, haben wir auch bepflanzt und angebracht“, sagte Steinmann, der die Aktion auf die eigene Rechnung nahm.

Überhaupt sind diese Tage reich an Zeichen, die Hoffnung machen. Zum Beispiel der Samstag: Dutzende von freiwilligen Helfern, darunter zahlreiche Schützen des Zug 1 der Kompanie Freiheit, kamen ans Lenneufer, um das Geländer von Unrat zu befreien. Die Frauen pflückten es ab, Männer trugen es zu Sammelpunkten – am Mittag sah es schon wieder ganz manierlich aus.

Iserlohner Profis arbeiteten ehrenamtlich

Dann kam die Stunde der Männer vom interkommunalen Bauhof Iserlohn/Hemer (SIH) , die nicht nur diesen angeschwemmten Unrat beseitigten, sondern das ganze Wochenende lang mit etwa einem Dutzend kleinen und großen Lkw, Kanalspülwagen, Radladern und allerlei anderem Gerät im Einsatz waren. Und das ohne Bezahlung: „Unser Chef hat am Freitag angerufen und gefragt, ob wir ehrenamtlich in Altena helfen können. Das war doch selbstvertsändlich für uns“, berichtete einer der unermüdlichen Helfer. 45 davon waren in der Spitze in Altena im Einsatz.

Die sozialen Medien machten ihrem Namen ausnahmsweise alle Ehre, viele Hilfsaktionen wurden über Facebook organisiert. Seine Nachbarin habe noch keinen, der ihr helfe, postete ein Anlieger der Werdohler Straße am Freitagabend. „Am nächsten Morgen klingelte es und zwei Frauen halfen mir beim Auspumpen des Kellers. Ich kannte die überhaupt nicht“, berichtete die Hausbesitzerin später.

Noch kein genauer Überblick

Im Rathaus hat man immer noch keinen endgültigen Überblick über das genaue Ausmaß der Schäden an der kommunalen Infrastruktur. Das liege beispielsweise daran, dass viele Straßen noch von Geröllschichten bedeckt sind. „Wenn das alles beseitigt wird, wartet sicher noch die ein oder andere unliebsame Überraschung auf uns“, ahnt Stadtkämmerer Stefan Kemper. Weil der auch für die Stadtfinanzen zuständig ist interessiert ihn jetzt vor allem auch, wie die am Samstag von Ministerin Scharrenbach angekündigte finanzielle Hilfe aussehen wird.

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