Landtagspräsident plaudert aus dem Nähkästchen

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Landtagspräsident André Kuper sprach mit Schülern im Burggymnasium.

Altena – Präsident in Plauderlaune: Landtagspräsident André Kuper erzählte den Schülern aus Altena aus seinem Arbeitsalltag - und dass er sich in 15 Minuten für den Job entscheiden musste.

André Kuper, Präsident das Landtags NRW, war im Burggymnasium   zu Gast, um sich Fragen von Gymnasiasten und Sekundarschülern zu stellen. Kuper erzählte den Schülern auch, wie er zur Politik kam. 

Als er sich über bestimmte Missstände ärgerte, habe er festgestellt, dass man bereit sein müsse, sich zu engagieren. Kuper, Jahrgang 1960, trat als 19-Jähriger in die Junge Union ein. Am Ende dieses Weges stand zunächst seine Tätigkeit als Bürgermeister der Stadt Rietberg, zu dem er 1997 gewählt wurde. 

2012 zog Kuper erstmals in den Düsseldorfer Landtag ein. „Wie wurden Sie Landtagspräsident?“, wollte ein Schüler daraufhin wissen. „Ich wurde angesprochen“, plauderte Kuper aus dem Nähkästchen. Ministerpräsident Armin Laschet hatte ihn gefragt. „Ich hatte 15 Minuten Zeit, um mich zu entscheiden.“ Nach einem Telefonat mit seiner Frau seien es dann noch zehn Minuten gewesen. 

Der Digitalpakt und Geld vom Bund, die Rolle des Föderalismus, Flüchtlinge sowie die Meinungs- und Pressefreiheit waren Themen, die am Montagvormittag im Klausurenraum des Burggymnasiums angesprochen wurden. 

„Wir brauchen die Vielfalt“, bekannte sich Kuper zu einer reichhaltigen Presse- und Medienlandschaft. Es müsse jedem klar sein, dass Zustände wie in Deutschland keineswegs selbstverständlich sind. Das bedeute jedoch nicht, dass alles gut sei. 

Veränderungen kosteten oftmals Zeit. „Politik ist das geduldige Bohren dicker Bretter.“ Viele Fragen hatten die Schülerinnen und Schüler, die sich im Übrigen aus Besuchern des Burggymnasiums und der Sekundarschule zusammensetzten. 

Es ging beispielsweise um direkte und indirekte Demokratie, um das bedingungslose Grundeinkommen und um das Justizwesen und Strafvollzug. Nicht zu allen Themen wollte Kuper unmittelbar Stellung nehmen und erinnerte daran, dass sein Amt als Landtagspräsident von ihm Überparteilichkeit – und somit Neutralität – erwarte. 

Er bot aber an, nach Ende der Fragerunde noch für persönliche Gespräche zur Verfügung zu stehen. Was er denn als größte Herausforderung seiner Tätigkeit ansehe, wollte eine Schülerin wissen. „Das ist weniger die Überparteilichkeit“, sagte der Landtagspräsident. „Am schwierigsten ist es, bei politischen Provokationen gelassen zu bleiben.“ 

Und er betonte: Wenn eine Entscheidung anders ausfalle, als es seiner eigenen Überzeugung entspricht, „dann heißt das nicht etwa, dass das System falsch ist“. André Kuper mahnte eindringlich dazu, Toleranz an den Tag zu legen. Diesen Appell gab er auch den Schülern mit auf den Weg.

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