Brücke zum Lennepark: Auftrag geht nach München

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Der Siegerentwurf - deutlich erkennbar ist, dass die Brücke nur einen Bogen hat und sich zur Stadt hin öffnet.

ALTENA -   Die Entscheidung fiel einstimmig und schneller als erwartet: Die Münchener Landschaftsarchitekten Lohrer-Hochrein gewinnt den städtebaulichen Wettbewerb für die neue Fußgängerbrücke am Markaner und den sich anschließenden Lennepark.

Das entschied gestern eine Jury, in der neben externen Fachleuten auch Vertreter der Verwaltung und der Ratsfraktionen saßen.

Die Jury war sehr schnell einig, alle Preise wurden durch einstimmige Voten vergeben. - Foto: Bender

Ganz einfach ist es nicht, eine neue Brücke zu planen – wegen „HQ 100“. Damit das hundertjährliche Hochwasser abfließen kann, muss die Brücke höher liegen als die Lennepromenade, Pfeiler im Flussbett sollten vermieden werden. Schwierig ist das auch deshalb, weil der Zugang barrierefrei sein muss – das Büro Lohrer-Hochrein löst das mit einer Rampe, die nach Ansicht der Jury in der geplanten Form einen Schwachpunkt darstellt und modifiziert werden sollte.

Das war dann aber auch der einzige Haken, den die Fachleute fanden. Sehr überzeugend fand die Jury die Form der Brücke. Sie hat einen Bogen, der sie zur Fritz-Berg-Brücke abgrenzt und dieser ihre Wucht etwas nimmt. Zur Stadtseite hin ist sie – abgesehen natürlich von einem Brückengeländer – offen, von den dort geplanten Sitzmöglichkeiten genießt man einen Panoramablick auf die Burg.

Auch andere Details fanden das Gefallen der Jury. So wird die geplante Bahnunterführung zumindest optisch bis ans Lenneufer verlängert, Hecken lockern die Park- and Ride-Parkplätze auf. Alte Bruchsteinmauern, die es in diesem Bereich noch gibt, sollen erhalten werden,

Der Bewilligungsbescheid für Brücke und Park liegt bereits vor, deshalb drückt der Bürgermeister auf die Tube. Er gehe davon aus, dass das Münchener Büro im Laufe der kommenden Monate eine Entwurfsplanung vorlege, sagte Dr. Andreas Hollstein gestern. Baubeginn soll dann im kommenden Jahr sein.

Fünf Büros waren für den Wettbewerb gesetzt, 40 weitere bewarben sich um eine Teilnahme. Aus diesem Kreis wurden weitere zehn Teilnehmer ausgewählt, so dass gestern 15 Entwürfe zu begutachten waren. Der zweite Preis ging an den Bonner Landschaftsarchitekten Stephan Lenzen, den dritten Platz sprach die Jury Bernhard Sattler aus Berlin zu. Planer aus der Region machten zwar mit, kamen aber nicht auf vordere Ränge.

Von Thomas Bender

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