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Altena braucht neuen Klimaschutzmanager

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Von: Thomas Bender

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Die Zusammenarbeit endet: Klimaschutzmanagerin Sabrina Grüber, hier beim Start der Klimaschutzkampagne mit Bürgermeister Uwe Kober, hört Ende Januar bei der Stadtverwaltung auf.
Die Zusammenarbeit endet: Klimaschutzmanagerin Sabrina Grüber, hier beim Start der Klimaschutzkampagne mit Bürgermeister Uwe Kober, hört Ende Januar bei der Stadtverwaltung auf. © Stadt (Archiv)

„Wir müssen an das Thema ‘ran und wir brauchen dafür ein Konzept.“ Diesem Statement der grünen Fraktionsvorsitzenden Judith Köster zum Klimaschutz stimmten alle Fraktionen in der Hauptausschusssitzung zu. Allerdings: In wenigen Wochen steht die Stadtverwaltung ohne Klimaschutzmanagerin da.

Altena – Sabrina Grüber hatte während der Etatberatungen im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr und im Schulausschuss noch über Projekte berichtet, die sie im kommenden Jahr gemeinsam mit Altenas Schulen umsetzen möchte. Als vor einigen Tagen jetzt aus ihrem befristeten ein unbefristeter Arbeitsvertrag gemacht werden sollte, zeigte sie der Stadt die kalte Schulter. Sie scheidet Ende Januar aus den Diensten der Stadt aus. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits. „Das kam alles sehr überraschend und wirft uns ein Stück weit zurück“, kommentiert Bürgermeister Uwe Kober die Personalie.

Dass auch die Stadt das Thema Klimaschutz angehen muss, das war im Hauptausschuss unstrittig. Auch die Kernforderung des Antrags der Grünen blieb unwidersprochen: Es soll alles dafür getan werden, dass Altena bis 2040 klimaneutral wird. Nach kurzer Diskussion einigte sich der Ausschuss darauf, dass die Verwaltung zukünftig „fortlaufend“ darüber berichten muss, was zum Erreichen der Klima-Ziele getan werden muss und was bereits umgesetzt worden ist. Gemeint ist dabei die Klimaneutralität der Stadtverwaltung mitsamt aller städtischen Gebäude. Auch bei Unternehmen, an denen die Stadt Anteile hält, soll sie auf den Klimaschutz drängen. Gefordert wird auch, für die Beschäftigten von Stadt und Kreis eine ausreichende Zahl von Ladestationen für E-Autos zu schaffen. Kober erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es am Rathaus bereits Ladepunkte gibt. Er wisse, dass an der Bahnhofstraße weitere geplant seien.

Altena braucht neuen Klimaschutzmanager: Pläne, Debatten und Umsetzung

Klimaneutralität bedeute nicht das „Freikaufen“ mittels irgendwelcher Zertifikate, sondern die Umsetzung ökologisch und wirtschaftlich vernünftiger Maßnahmen, fordert Guido Thal (CDU): „Darüber müssen wir uns fortlaufend unterhalten, das ist das Ziel.“

Ursprünglich forderten die Grünen, dass die Verwaltung bis Mitte 2023 eine umfassende Investitionsplanung zur Umsetzung der Klimaneutralität vorlegen sollte. Dabei gehe es nicht um eine sofort umsetzbare Detailplanung, sondern um eine „nach derzeitigem Stand der Wissenschaft und Technik möglichst realistische Übersicht über die erforderlichen Investitionen.“

Altena braucht neuen Klimaschutzmanager: Ziele nicht erreichbar?

Sabrina Grüber erinnerte daran, dass es für die Stadt Altena bereits seit 2016 ein Klimaschutzkonzept gibt. Sie warnte die Politik vor nicht realisierbaren Beschlüssen: Ihrer Ansicht nach sei es kaum möglich, bis Mitte 2023 die von den Grünen geforderte Investitionsplanung vorzulegen. Dafür müsse die Stadt entsprechende Fachplaner engagieren. Diese Büros seien aber im Moment gut nachgefragt. Deswegen wurde die Fristsetzung aus dem Antrag herausgenommen und durch die Festlegung ersetzt, dass fortlaufend über das Thema berichtet werden muss – eine Aufgabe für Grübers Nachfolger, aber auch für das Immobilienmanagement der Stadtverwaltung.

Die ausscheidende Klimaschutzmanagerin hatte während der Etatberatung ein Vorhaben vorgestellt, das nun ihr Nachfolger erben wird – vorausgesetzt, die Stelle kann bis Mitte des Jahres neu besetzt werden. Nach den Sommerferien soll nämlich ein Projekt an Altenas Schulen beginnen, bei dem Schüler, Lehrer und die Hausmeister über ein Anreizsystem zum klimaschonenden Verhalten animiert werden sollen. Vorreiter ist die Stadt Menden, die am Ende 26.000 Euro einsparte. Die Hälfte davon durften die Schulen behalten.

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