„Altena hebt sich nicht hervor“

ALTENA ▪ In Sachen Drogenkriminalität hat die Polizei in Altena im vergangenen Jahr 55 Fälle bearbeitet – 2010 waren es dahingegen nur 18. „Dabei handelt es sich um die ganze Palette: Anbau, Handel und Konsum“, erklärte Polizeipressesprecher Norbert Pusch gestern auf Anfrage.

Aber es falle nicht ein Stadtteil besonders ins Gewicht, die Täter und Tatorte seien im gesamten Stadtgebiet verteilt. Auch sei keine bestimmte Altersstruktur erkennbar, so Pusch weiter. „Die Händler und Konsumenten sind Jahrgang 1996, 1988, 1972 oder auch 1953.“

Der Geschäftsführer der Anonymen Drogenberatung, kurz Drobs, Stefan Tertel, erläuterte ihm Gespräch mit der Redaktion: „Altena hebt sich im Vergleich zu anderen Gemeinden nicht hervor.“ Auch, wenn man das angesichts der aktuellen Entwicklung meinen könnte. Vielmehr sei es so, dass Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz Kontrolldelikte seien (s. Infokasten). „Und immer dort, wo die Polizei genauer hinguckt, wird auch mehr gefunden.“ Hätten die Beamten in Altena in der vergangenen Zeit ihr Augenmerk vermehrt auf die Drogenkriminalität gerichtet, seien die gestiegenen Zahlen damit zu erklären, so Tertel

Zumindest für den Verkehrsbereich konnte Altenas Wachleiter Matthias Radke das bestätigen. Seine Beamten seien in Sachen Drogenkonsum hinterm Steuer sensibilisiert und gezielt geschult. „Die sehen und merken, wenn einer Haschisch geraucht hat.“ Um den Verdacht zu bestätigen, könnten die Beamten dann mit einem simplen Urintest, den Drogenkonsum nachweisen. Und? „Wir stellen bei den allgemeinen Verkehrskontrollen des öfteren Haschischraucher fest.“

Die Polizei habe die Drogenszene in der Burgstadt entsprechend im Auge, versicherte Norbert Pusch, und sie werde weiter verschiedene Maßnahmen, die zu ihrer Bekämpfung nötig seien, ergreifen. ▪ Von Ilka Kremer

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