Das wird teuer: Hausbesitzer müssen für Kanalsanierung zahlen

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Sauerei im Garten: Ein privater Kanal hinter sechs Doppelhaushälften am Hegenscheider Weg muss erneuert werden.

Altena – Eins steht fest: Billig wird es nicht für die Besitzer von sechs Doppelhaushälften am Hegenscheider Weg. Sie müssen viel Geld in die Hand nehmen, um einen Abwasserkanal zu sanieren.

Das machte ihnen Jörg Michutta vom Abwasserwerk in der vergangenen Woche unmissverständlich klar. Zur Erinnerung: Nach starken Regenfällen schoss am Abend des 19. Mai Wasser aus dem Kanal und ergoss sich über Gärten und Hofflächen – eine übel riechende Angelegenheit, die zunächst einenFeuerwehreinsatz zur Folge hatte.

Tags darauf schaute dann die Mannschaft des Kanalspülwagens nach dem Rechten und stellte fest, dass ein Ziegelstein das Malheur verursacht hatte, der sich in einem Knick des Kanals festgesetzt hatte.

Der Kanalspülwagen gehört dem Abwasserwerk, das sich von Amts wegen um die Sache kümmerte: Schließlich ist es dafür zuständig, dass Abwasser in Altena ordnungsgemäß beseitigt wird, erklärt Jörg Michutta, der allerdings schnell herausfand, dass der Kanal hinter den Häusern am Hegenscheider Weg nicht dem Abwasserwerk, sondern den Grundstückseigentümern gehört. Dieser Privatkanal mündet etwas oberhalb des Kölschen Joe in das öffentliche Abwassernetz. „Solche Fälle haben wir in Altena immer wieder mal“, erklärt Michutta. 

Vor zwei Jahren kam es wegen eines Defektes eines privaten Kanals an der Gartenstraße zu Verunreinigungen im Bereich des Thomas Morus-Hauses. Damals tat Michutta das, was er jetzt auch an der Gartenstraße tut: Reden. Beraten. Und unnachgiebig sein. 

Dringender Handlungsbedarf

Dass sich nämlich etwas ändern muss am Kanal hinter den Häusern, das ist für ihn klar, nachdem das Ergebnis einer Kamerauntersuchung vorlag. „Wo die Verstopfung war, da gibt es einen 90-Grad-Knick. Sowas entspricht nicht den Regeln der Technik“, erklärt der Ingenieur. Also muss der Knick entschärft werden, am besten durch einen Schacht, über den man auch Zugang zu dieser neuralgischen Stelle hat. 

Das reicht aber nicht aus: „Die Untersuchung hat auch ergeben, dass der Kanal an einigen Stellen beschädigt und undicht ist“, erklärt der Fachmann. Im Gespräch mit den Betroffenen zeigte er drei Wege auf, das in den Griff zu bekommen: ein kompletter Neubau des Kanals, eine Sanierung im sogenannten Inliner-Verfahren oder die Stilllegung des durch die Gärten verlaufenden Kanals bei gleichzeitigem Anschluss der Häuser an die im Hegenscheider Weg liegende, öffentliche Abwasserleitung. 

Drei Varianten zur Lösung

Für diese Lösung entschieden sich die Anwohner der Gartenstraße, die dafür die Abwasserführung in ihren Kellern komplett ändern mussten. „Wir haben uns darauf verständigt, dass die Anlieger jetzt Angebote für jede dieser Lösungsmöglichkeiten einholen und wir uns dann im Januar erneut zusammensetzen“, erklärte Michutta und machte einmal mehr klar, dass das Abwasserwerk den Anwohnern auch weiterhin beratend zur Seite stehen wird. 

Keinen Zweifel lässt er aber ebenso daran, dass die Sanierung erledigt werden muss und dass die dafür anfallenden Kosten letztlich einzig und allein von den sechs Hausbesitzern zu tragen sind.

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