Aus „Nais“ gewachsene Kreativgruppen bereichern das Leben im Scheuner-Haus

Immer Dienstag- und Mittwochnachmittag kommt es auf der Ebene 4 des Ellen-Scheuner-Hauses in zwei Kreativgruppen zu interessanten Begegnungen zwischen den Generationen.

Ende 2007 hatte Ursula Panke einen ersten Bastelkreis in dem Pflegeheim ins Leben gerufen. Es ging dabei keineswegs nur um die Frage, was junge Menschen für Senioren tun könnten. In Thomas Mölle, dem Sozialarbeiter der Hauptschule Rahmede, fand die Altenaerin einen tatkräftigen Unterstützer. Beide hatten sich über die Arbeit in Nais-Gruppen kennengelernt. Seitdem kommen die jungen Leute regelmäßig in die Einrichtung „An der Kirche“. Und dabei profitieren nicht nur Senioren von diesen Begegnungen. Auf diesen Aspekt weist Thomas Mölle hin: „Die Jugendlichen lernen hier viel über alte Menschen - und die Senioren lernen etwas über die Schüler.“ Letztendlich würden also beide Altersgruppen bei diesen Zusammenkünften wertvolle Erfahrungen sammeln. Den Schülern zum Beispiel bringe das Arbeiten mit den alten Menschen häufig einen Zuwachs an Selbstwertgefühl. „Sie erfahren etwas über ihre Fähigkeiten und trauen sich dadurch oftmals mehr zu“, sagen Panke und Mölle.

Etwa 40 Schülerinnen und Schüler haben sich seit Beginn des Projektes beteiligt. Zwei Dinge sind in diesem Zusammenhang neben vielen bemerkenswerten Erfahrungen bei den Initiatoren „hängen geblieben“. Es habe offenbar direkte Auswirkungen auf die Berufswahl der Teilnehmer gegeben: Krankenschwestern oder Altenpflegerinnen sind einige geworden, auch ein heutiger Rettungssanitäter kam als Schüler regelmäßig auf die Pflegestation. Wer ein Jahr an Bord bleibt, bekommt zudem einen „Landesnachweis Ehrenamt“, der sich bei Bewerbungen durchaus gut macht. „Wir bewirken also offenbar etwas, wenn auch im Kleinen“, sagt Ursula Panke, die für ihre Arbeit im Jahr 2011 mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet worden ist. Als ihre „rechte Hand“ in den Kreativgruppen bezeichnet sie Barbara Riecker.

Thomas Mölle ist zudem aufgefallen, wie sich die Arbeiten verändert haben, seit die Rahmeder Schüler mit den Senioren wirken. Zuvor hätten eher dunkle und gedeckte Farben überwogen. „Man konnte fast dabei zusehen, wie die Farben bunter wurden.“ - tk

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