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Gymnasium bringt Spender für Binden und Tampons an

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Präsentiert einen der neuen Spender, die das BGA angeschafft hat: Schülersprecherin Lajla Fetic.
Präsentiert einen der neuen Spender, die das BGA angeschafft hat: Schülersprecherin Lajla Fetic. © Goor-Schotten, Hilde

In Schottland ist es bereits Gesetz, in vielen Städten wird erprobt und diskutiert, am Burggymnasium Altena hat man einfach mal gemacht: In dieser Woche sind die ersten beiden Spender für Menstruationsartikel angekommen und werden in den nächsten Tagen in zwei zentralen Mädchentoiletten-Räumen angebracht.

Altena – Damit soll das verschämte Fragen nach Tampons und Binden ein Ende haben. Zukünftig können alle Mädchen, die in der Schule von ihren Tagen überrascht werden oder die vergessen haben, ein Periodenprodukt einzustecken, an den Automaten kostenlos das Passende entnehmen. „Wir haben immer wieder mal in der Schülervertretung und in der Stufe drüber gesprochen“, sagt Schülersprecherin Lajla Fetic. Über die sozialen Medien sei man vor allem darauf aufmerksam geworden, dass das Thema diskutiert wird. Dass die Schule jetzt die Initiative ergriffen hat, findet sie sehr gut.

„Besonders peinlich“

„Gerade in der Unterstufe ist es ein Problem. Bei den Jüngeren passiert es ja häufiger, dass die Menstruation unerwartet einsetzt“, sagt die Schülersprecherin: „Und ihnen ist das ja oft noch besonders peinlich.“ „Wir wollen das Thema aus der Tabuzone herausholen“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Nadja Godefroid, die sich um die Beschaffung der Hygieneartikel-Spender gekümmert hat. Bisher seien Schülerinnen öfters sehr verlegen ins Sekretariat gekommen und hätten dort nach Tampons oder Binden gefragt: „Viele wollen in der Situation nach Hause und erst im Gespräch stellt sich heraus, warum.“ Auch Lehrerinnen hätten immer schon mal Hygieneartikel im Schrank gehabt, um auszuhelfen. Damit soll jetzt Schluss sein.

„Es gehört wie das Toilettenpapier dazu“

An den stabilen Spenderboxen können sich die Mädchen kostenlos bedienen. Mit je 100 Binden und Tampons sind sie jeweils bestückt, die Handhabung sei einfach und hygienisch, sagt Godefroid. Sie hat mit Lajla Fetic abgesprochen, dass die Schülervertretung nicht nur in den Klassen über das neue Angebot informiert, sondern dass sie auch ein Auge auf die Boxen hat und sich um die Nachfüllung kümmert. „Die Mädchentoiletten sind in einem sehr guten Zustand. Ich gehe davon aus, dass gut darauf aufgepasst wird“, ist die stellvertretende Schulleiterin zuversichtlich. Sie glaubt auch nicht, dass sich Mädchen damit komplett für Zuhause eindecken. Die Erfahrungen aus anderen Städten seien sehr positiv. „Es gehört wie das Toilettenpapier dazu“, wünscht sie sich einen normalen Umgang: „Wir erhoffen uns, dass es ein selbstverständliches Thema wird, über das offen gesprochen werden kann.“ Wenn es gut läuft, sollen auch die anderen sechs Mädchentoiletten mit den Spendern für Tampons und Binden ausgerüstet werden. Finanziert wird die Anschaffung bislang aus dem Schuletat. 179 Euro kostet eine Box; über den Hersteller – ein deutsches Startup-Unternehmen – kann der Inhalt kostengünstig für knapp zehn Euro nachbestellt werden. Überschaubare Kosten, die einen großen Effekt haben können.

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