Altena in Öl gemalt – das Bild ist wieder zu haben

Ansicht von Altena, so wie sie der Künstler Josef Wedewer anno 1943 eingefangen hat.

ALTENA - „Ich bin ein 68er“, sagt Marcel Held und man hört ein kehliges Lachen am anderen Ende des Telefons. „Falsche Fährte“, kommt es Augenblicke später, denn der Mann, der ein bemerkenswertes Bild von Altena besitzt, „ist Jahrgang 1968 und damit kein Revoluzzer“.

Der Rheinländer, der in Erkrath bei Düsseldorf ein Fliesenfachgeschäft führt, erbte von seiner Großmutter „einer von und zu... – den Namen verat ich nicht, ist zu bekannt“, verschiedene Kunstgegenstände. „Auch meine Patentante war hochadelig“, fügt Held an und auch sie hinterließ ihm Kunst. „Ich muss gestehen, da habe ich mich erst durchfräsen müssen. Aber, es hat Spaß gemacht“, sagt der Handwerker und es sprudelt nur so aus ihm heraus, mit was er sich in seiner Wohnung an Schönem umgibt. „Meine Großmutter hatte ein Faible für Künstler, die etwas vom Malen verstehen“, sagt Held. Und so ist seine Altena-Ansicht beispielsweise von keinem Geringerem als Josef Wedewer. Wer jetzt fragt, wer ist das denn? sollte kurz einmal Google bemühen. Da tauchen ganze Seiten und Abhandlungen über einen Maler auf, der 1896 in Lüdinghausen zur Welt kam und in Kassel bei Witte und Düllberg studierte. Heute gilt der Mann als einer der bekanntesten Vertreter des so genannten „Neue Sachlichkeits-Stils“ und war Mitbegründer der Gruppe „Junges Westfalen“ und Mitglied des Westdeutschen Künstlerbundes.

Helds Großmutter erwarb in den 1950er Jahren eine Ansicht „von der Pott-Jost-Brücke aus auf den heutigen Parkplatz Langer Kamp“. Der 44-Jährige bot das Stück, das sich in allerbestem Zustand befindet, Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein an, „vielleicht will es ja die Stadt erwerben?“, doch der hatte zwar Interesse, „aber offenbar keine Mittel“. Held beschreibt die Farbwahl, das besondere, irgendwie „düstere“ herausarbeiten von Lenne, Bergen und Häusern, als „speziell für Wedewer-Werke.“ Gerne ist der Düsseldorfer bereit, das bemerkenswerte Stück Altena in Öl auch persönlich vorzustellen.

„Malerei interessiert mich. Ich kaufe regelmäßig, das ist wie eine moderne Schatzsuche“, so Held. Und er beherzigt bei seinem Tun heute mehr denn je den Rat der Großmutter: „Junge“, habe sie gesagt, „Junge, kaufe nichts, das günstiger ist als 100 Mark. Das ist Schrott.“ So habe er es bis heute gehandelt und sei damit gut gefahren. Das Bild „Altena - Ansicht von der Pott-Jost-Brücke“ aus, ist, so sagen es Kunstsachverständige, durchaus „bis zu 8000 Euro wert.“

Kontakt: Tel. 0211/22 04 510

von Johannes Bonnekoh

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