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Nicht alle nehmen Fluthilfe an: Ministerin Ina Scharrenbach besucht Stadt im MK

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Von: Maximilian Birke

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In der Beratungsstelle an der Freiheitstraße 26 trafen sich (von rechts) Stadtkämmerer Stefan Kemper, Bürgermeister Uwe Kober, Verwaltungsmitarbeiterin Anette Wesemann, Fachdienstleiterin Birgit Hasch, Caritas-Verbandsvorsitzender Stefan Hesse, NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach und Stadtplaner Andreas Kisker. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle gingen währenddessen ihrer Tätigkeit nach. Die Nachfrage nimmt zu.
In der Beratungsstelle an der Freiheitstraße 26 trafen sich (von rechts) Stadtkämmerer Stefan Kemper, Bürgermeister Uwe Kober, Verwaltungsmitarbeiterin Anette Wesemann, Fachdienstleiterin Birgit Hasch, Caritas-Verbandsvorsitzender Stefan Hesse, NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach und Stadtplaner Andreas Kisker. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle gingen währenddessen ihrer Tätigkeit nach. Die Nachfrage nimmt zu. © Birke, Maximilian

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) machte sich am Dienstag ein eigenes Bild von den Flutschäden in der Burgstadt Altena im MK.

Altena – Bereits zum dritten Mal nach der Flutkatastrophe hat NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Dienstag die Burgstadt besucht. Im Gespräch mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Caritasverbands Altena-Lüdenscheid machte sie sich erneut ein Bild davon, wie der Wiederaufbau läuft.

Bürgermeister Uwe Kober (CDU), der an dem Gespräch im Integrations- und Begegnungszentrum an der Freiheitstraße 26 teilnahm, zeigte sich im Nachhinein überaus zufrieden. „Die Ministerin hat sich wieder viel Zeit genommen, zugehört und sich Probleme notiert, derer sie sich annehmen möchte. Das hat sie bisher auch immer gemacht. Dafür schätze ich sie sehr“, betonte Kober.

Ministerin Ina Scharrenbach besucht Stadt im MK: Caritas unterstützt Flutopfer

Während der Unterredung wurde deutlich, dass es in Altena noch immer viele Betroffene gibt, die Unterstützung brauchen können. Die Beratungsstelle für Opfer der Flutkatastrophe, die in der Begegnungsstätte vor gut zwei Wochen eröffnet wurde, werde zunehmend in Anspruch genommen. „Anfangs lief es etwas schleppend, aber inzwischen nimmt es Fahrt auf“, berichtete Birgit Hasch, Leiterin des Fachdienstes für Wohnungswesen beim Märkischen Kreis, die mit in die Organisation eingebunden ist.

Vor Ort könne schnell geholfen werden, zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen. Zudem arbeiten verschiedene Verbände Hand in Hand. Das ist von Vorteil, weil zum Beispiel die Caritas auf andere Weise unterstützen kann als die Wiederaufbauberatung des Märkischen Kreises.

Ministerin Ina Scharrenbach besucht Stadt im MK: Beratungsstelle der Caritas für Flutopfer

Stadtkämmerer Stefan Kemper lobte die „Multifunktionsberatungsstelle“. Er gab an, dass inzwischen mehr als 400 Soforthilfeanträge bearbeitet und ausgezahlt wurden.“ Birgit Hasch ergänzte: „Kreisweit waren es etwa 1500.“

Die Hilfszahlungen seien dabei aber noch nicht ausgeschöpft, betonte Uwe Kober. „Es ist abgesehen von Bundes- und Landesmitteln unheimlich viel Geld verfügbar, das über Spendentöpfe zusammengetragen wurde. Ich glaube, dass die meisten ohne große finanzielle Verluste aus der Krise herauskommen. Das ist meine Hoffnung.“

Nicht alle nehmen Fluthilfe an: Ministerin Ina Scharrenbach blickt auf Winter

Wichtig sei es, darüber herrschte Konsens in der Gesprächsrunde, dass betroffene Menschen, aktiv Hilfe suchen und in Anspruch nehmen. Manch ein Bürger sei zu stolz oder habe Hemmungen. „Es gibt immer noch Menschen, die jetzt zum ersten Mal Kontakt aufnehmen“, berichtete Anette Wesemann, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Ähnliche Erfahrungen hatten Stadtplaner Andreas Kisker und Stefan Hesse, Vorsitzender des Caritasverbands gemacht. Oft sei es die ältere Generation, die lieber versucht, beim Wiederaufbau selbst anzupacken und sich hinten anstellt, ganz nach dem Motto „andere sind sicher schlimmer dran als ich“.

Mit Blick auf den bevorstehenden Winter erkundigte sich Ina Scharrenbach, ob es in betroffenen Häusern viele Probleme mit Heizungsanlagen gibt. Dies bejahte Andreas Kisker. Glücklicherweise gebe es aber keine Probleme mit Obdachlosigkeit. Viele Altenaer bräuchten eine neue Heizungsanlage, weil Öltanks aufgeschwommen seien. Sie würden sich dabei oft für eine Gasheizung entscheiden, für die aber erst ein Hausanschluss gelegt werden muss. Und das dauert. „Deshalb gibt es auch einige, die sagen, dass sie vorerst mit Strom heizen“, so Kisker. „Man muss die Energiekosten im Blick behalten und sollte versuchen, das über die Hilfen abzurechnen.“

Flutschäden noch immer nicht alle behoben: Ministerin Ina Scharrenbach besucht Stadt im MK

Was die Instandsetzung von Schäden angeht, für die die Kommune verantwortlich ist, konnte Ina Scharrenbach den Verantwortlichen eine Freude bereiten. Sie stellte vor Ort klar, dass die Vergabe von Bauaufträgen weiterhin möglichst unbürokratisch ablaufen soll. „Das wäre für uns wirklich Gold wert“, so Uwe Kober.

Die NRW-Heimatministerin bedankte sich „beim Märkischen Kreis und den Kommunen, dass das mit der persönlichen Beratung so funktioniert“. „Gespräche mit den Betroffenen sind besonders wichtig. Die Menschen müssen sich vieles von der Seele reden.“

Die Flutkatastrophe im Juli hat viele Menschen nicht nur materiell, sondern auch psychisch tief erschüttert. Der Rotary-Club Altena/Werdohl/Plettenberg und die im Inner-Wheel-Club zusammengeschlossenen Frauen der Rotarier wollen diesen Betroffenen helfen.

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