Altena fällt zurück ins Mittelalter

Dreitägiges Festival an der Lenne und auf der Burg lockt 15.000 Besucher aus der ganzen Region

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Die Flugträumer sorgten für bunte und akrobatische Unterhaltung

Altena - Mit Klamauk, Gedudel, Fanfaren und Fassanstich fand am Wochenende das zehnte Mittelalterfest in altbewährter Form statt: Bereits mit Eröffnung der Kassen am Samstagnachmittag bevölkerten die ersten Gäste die Marktmeile, Gaukler und Künstler bespaßten die Kleinen – Langeweile kam nicht auf zwischen Burg und Lenne.

Viele Marktbeschicker waren mit außergewöhnlichen Waren angereist und führten ihre Produkte gern am Kunden vor. Schwer begehrt bei der Hitze war der Wasserspielplatz der Stadtwerke direkt am Lennestrand. Eine der schönsten Überraschungen auf der Marktmeile bot am Samstagnachmittag ein Feldbäcker, der die Wasserzufuhr zu seiner mobilen Küche nutzte und den hitzegeplagten Besuchern eine Abkühlung bescherte. Da schrien ganz viele Bummler: „Hier!“ 

Hoch über den Köpfen der Gäste bewegte sich „Der Gawan“ auf Stelzen und erlaubte sich manchen Spaß mit dem mittelalterlichen Volk. Obwohl das Programmheft bereits jede Menge Konzerte und Shows ausgewiesen hatte, wurde man auf der Lennepromenade immer wieder von Künstlern überrascht, die sich mitten im Volk bewegten und ihre Talente dort präsentierten, wo sie grade waren. 

Kaum eine Pause unter den Fußsohlen gönnten sich Kasper und Lupus, die beiden Gaukler in dem markanten rot-schwarzen Outfit: Sie pendelten unermüdlich zwischen Burg und Lenneufer, um mit Ball- und Fackeljonglagen zu verzaubern. 

Einige Händler fertigten Kunsthandwerk auf Maß für ihre Kunden und ließen sie auch bereitwillig selbst Hand anlegen. Warum nicht mal einen Stein in Form meißeln, einen Kerzendocht selbst durch heißes Wachs ziehen oder einen Designvorschlag für Schmuck aus kunstvollen Knöpfen machen? 

Ausprobieren und Mitmachen galt auf der Händlermeile und viele der fliegenden Kaufleute hatten es richtig gut drauf, Produkte sinnbildlich schmackhaft zu machen. Zu verkosten gab es feine Liköre, Essigvarianten, Marmeladen, Honig, Holzofenbrot und vieles mehr. 

Fans von weitgehend authentischer mittelalterlicher Gewandung kamen auf ihre Kosten: Zum frisch erstandenen Leinenkleid fertigten Lederer und Schmied auch gern den passenden Gürtel. 

Die musikalischen Topacts beim Mittelalterfest 2018 waren Saor Patrol und Celtica – zwei echte Schwergewichte der internationalen Sackpfeifen-Szene. Beide Gruppen hatten ihre Fangemeinden mitgebracht. Und obwohl die Pipes Markenzeichen beider Bands sind, so könnten sie doch nicht unterschiedlicher sein. 

Saor Patrol – das war brachialer Schottenrock vom Feinsten am Eröffnungsabend auf Burg Altena. Der Stil Celticas jedoch ist noch stärker von der Sackpfeife geprägt. Einen Feuerwehreinsatz für überhitzte Pferde hat es in Altena bislang selten gegeben, doch nach der furiosen Stunt-Show der Kaskadeure war das Abkühlen heißer Hufe mit dem Schlauch bitter nötig. 

Die Turniershow der „Reiter aus Leidenschaft“ war eine der besten, die das Mittelalterfest je erlebt hat. Ein echtes Erlebnis boten bei Schwertkämpfen auf der Burg und auf dem Turnierplatz auch die Schwertkämpfer der Gruppe Burdyri. Die Hitze machte auch den Briten schwer zu schaffen – schon bei normalen Temperaturen sind ihre Auftritte nicht zuletzt wegen der etwa 15 Kilogramm schweren Rüstungen ausgesprochen schweißtreibend. 

Die Show des Ensembles beinhaltete auch viele humoristische Elemente – so fielen sie zum Beispiel inmitten eines heftigen Kampfgetümmels urplötzlich in eine live gespielte Zeitlupe.

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