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Altena droht Verkehrschaos, wenn die A45-Brücke fällt

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Von: Thomas Bender

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Nach der Sprengung der Rahmedetalbrücke dreht sich auf der wichtigsten Verbindung zwischen Altena und Lüdenscheid zunächst mal kein Rad mehr. Das hat erhebliche Konsequenzen.
Nach der Sprengung der Rahmedetalbrücke dreht sich auf der wichtigsten Verbindung zwischen Altena und Lüdenscheid zunächst mal kein Rad mehr. Das hat erhebliche Konsequenzen. © Klümper

Noch vor Weihnachten soll die A45-Rahmedetalbrücke gesprengt werden. Altenas Bürgermeister Uwe Kober (CDU) geht davon aus, dass das schon im Vorfeld zu mehr Verkehr in Altena führen wird.

Der Grund: 35 100 Kubikmeter Schotter werden für die Fallbetten benötigt, das entspricht in etwa der Ladung von etwa 2 500 40-Tonnern – „und ich kann mir nicht vorstellen, dass die jetzt auch noch durch Lüdenscheid geschickt werden“, sagt Kober. Auch der Abtransport dieses Schotters und der Brücken-Überreste wird seiner Ansicht nach vor allem in Richtung Altena erfolgen. „Das wird die nächste Katastrophe“, ahnt der Bürgermeister.

Wenn die Brücke gefallen ist, führt durch die Rahmede zunächst einmal kein Weg mehr in Richtung Lüdenscheid – schlecht für die 1 685 Altenaer, die in der Kreisstadt arbeiten. Umgekehrt pendeln laut Statistischem Landesamt 847 Lüdenscheider nach Altena. Wo die langfahren sollen, solange die Brückenreste noch auf der Straße liegen? Es gebe eine Taskforce, an der die Stadt Altena beteiligt sei und die alle 14 Tage zusammenkomme, erklärt Kober. Wie der Verkehr zwischen Altena und Lüdenscheid umgeleitet werden soll, sei dort allerdings noch nicht bis ins letzte Detail besprochen worden. Zu befürchten sei auf jeden Fall eine noch größere Belastung des Hemecker Weges, meint Kober.

Ist Nachrodt auch betroffen?

Blick nach Nachrodt: „Für uns ist schwer abzuschätzen, welche Konsequenzen die Brückensprengung für den Verkehr in Nachrodt haben wird“, sagt der dortige Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. Selbst wenn die Baustelle vorrangig über die B 236 angefahren werde, bedeutete das nicht zwangsläufig mehr Lkw-Verkehr, argumentiert er. Solange die Rahmede gesperrt sei, sei für den Schwerlastverkehr die Umfahrung der gesperrten Brücke über die A 46 und dann durch Nachrodt und Altena nach Lüdenscheid beziehungsweise umgekehrt ja nicht mehr möglich. Ansonsten verweist Putz auf die Zuständigkeiten von Autobahn-GmbH, Straßen.NRW und Märkischem Kreis als für Nachrodt zuständiger Straßenverkehrsbehörde. Es sei deren Aufgabe, die Umleitungen einzurichten. „Wir werden uns das angucken und da, wo nachjustiert werden sollte, entsprechende Hinweise geben“, sagte Putz. Er hofft auf eine „24/7-Baustelle“, also auf eine, auf der rund um die Uhr gearbeitet wird, um einerseits schneller fertig zu werden und andererseits den Lkw-Verkehr zu entzerren.

Auch bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) ist die Brückensprengung Thema: Fünf ihrer Linien sind von der Sprengung betroffen, darunter auch die Schnellbuslinie S1 und die überörtliche 37, die Lüdenscheid mit Iserlohn-Letmathe verbindet. Noch werde an den Umleitungsplänen gearbeitet, er könne noch keine Angaben zu Linienführungen und Fahrtzeiten machen, sagt MVG-Pressesprecher Jochen Sulies.

Bürgerinformation am 28. September

Im Lüdenscheider Brückenbauer-Büro hält man sich ebenfalls noch bedeckt und verweist auf eine für den 28. September geplante Bürgerinformation, bei der Ergebnisse eines Arbeitskreises vorgestellt werden sollen. An ihm nahmen neben den Projektverantwortlichen der Autobahn GmbH und des Landesbetriebes Straßen.NRW auch die Polizei, die Märkische Verkehrsgesellschaft, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) teil. Sie erarbeiteten gemeinsam ein Konzept, das aber vor allem Lösungen für die unmittelbar betroffenen Lüdenscheider Stadtteile Eggenscheid, Rathmecke und Dickenberg beinhaltet, wie es auf der Homepage des Brücken-Büros heißt.

Fünf Monate Sperrung der Rahmede sind realistisch

Ein Blick ins Siegerland zeigt, auf welche zeitlichen Abläufe sich die Menschen in der Region einstellen müssen. Im Wilnsdorfer Stadtteil Rinsdorf wurde Anfang Februar 2022 zum ersten Mal eine Brücke der A 45 gesprengt. Die darunter verlaufende L 907 war wegen der Vorarbeiten bereits ab November gesperrt. Im April waren die Brückentrümmer dann soweit weggeräumt, dass der Verkehr wieder fließen konnte.

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