Altena ist für Busse sehr interessant

Peter Rohe

ALTENA ▪ „Schloss Burg ist sicher nicht so schön wie die Burg Altena, hat aber viel mehr Besucher. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Seilbahn.“ Peter Rohe muss es wissen – als selbstständiger Busunternehmer fährt er seit Jahrzehnten Bustouristen durch die Gegend und hat genau beobachtet, welche Bedürfnisse seine Kunden haben und wie sie sich im Laufe der Jahre gewandelt haben.

Seniorenkreise, Frauenhilfe, Altersturner – der typische Bustourist ist heutzutage über 60 und reist nicht allein, sondern mit Gleichgesinnten. Solche Gruppen buchten den ganzen Bus und seien froh, wenn der Reiseunternehmer ihnen ein Komplettangebot bieten könne, weiß Rohe aus Erfahrung. „Die haben ohne Hilfen überhaupt keine Chance, zur Burg zu kommen“, beschreibt Rohe diese Klientel.

Zu umständlich

Viel zu umständlich sei ein Zubringerdienst mit Kleinbussen: „Das Umsteigen erfordert einen gewissen Aufwand. Die Leute wollen es aber lieber bequem haben“. Deswegen führt nach Rohes Auffassung an Aufzug oder Seilbahn kein Weg vorbei, wenn man mehr Touristen zur Burg locken will.

Erst eine kurze Stadtführung, dann mit dem Aufzug zur Besichtigung der Burg, anschließend Mittagessen und dann Weiterfahrt zur Schiffstour auf Bigge oder Sorpe – so kann Rohe sich einen gelungenen Altena-Ausflug vorstellen. Er glaubt, dass es dafür einen Markt deutlich über das Ruhrgebiet hinaus gibt. „Wir bieten ja auch Tagesfahrten zum Keukenhof an“, argumentiert er. Umgekehrt sei Altena deshalb auch für Niederländer und Belgier ein attraktives Ziel für Tagesfahrten.

Dass es nach dem Bau des Aufzugs zu einem kurzfristigen Hoch kommt, das dann wieder abflaut, befürchtet Rohe nicht und nennt dafür zwei Gründe: „Senioren wachsen nach“ – es gebe immer mehr ältere Menschen, damit wachse die Gruppe potenzieller Bustouristen. Außerdem seien die Anbieter solcher Reisen froh, wenn sie auf fertige Pakete zurückgreifen könnten ¨– „wenn das einmal gut klappt, dann kommen die auch wieder“.

Hemer macht es vor

Wie eine Stadt „aus dem Stand“ für Reisebusse attraktiv wird, zeigt sich in diesem Jahr in Hemer: Bis gestern Mittag fuhren genau 1779 Busse die Landesgartenschau an – macht bei 35 Fahrgästen pro Bus über 62 000 Besucher. ▪ Thomas Bender

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