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Spektakuläre Bilder: So war die Burg noch nie zu sehen

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Von: Ilka Kremer

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Die Burgmauern als Bühne: Bei der Architekturprojektion sind eindrucksvolle Motive aus dem Märkischen Kreis wie Wappen zu sehen.
Die Burgmauern als Bühne: Bei der Architekturprojektion sind eindrucksvolle Motive aus dem Märkischen Kreis wie Wappen zu sehen. © Stephan Sensen/MK

Die Burg Altena erstrahlt ab Samstag dank des Lichtkünstlers Tom Groll in spektakulären Farben und Bildern. Hier ein paar Eindrücke.

Altena – Der Märkische Kreis suchte für die Aktion „Glanzlicht 2021“ einen zusätzlichen künstlerischen Einfluss – und fand in Tom Groll einen begeisterten Mitstreiter. „Die Burg Altena ist eine der schönsten Höhenburgen und für mich ist dieses Projekt sehr reizvoll“, sagt der bekannte Lichtkünstler aus Lüdenscheid. Sozusagen als Bandleader entwickelte er im Kollektiv mit anderen Künstlern die Architekturprojektion „Fundamental“. Am Samstag, 3. Dezember, um 17 Uhr wird der Pulverturm im oberen Burghof zum ersten Mal für die Öffentlichkeit mit beeindruckenden Motiven bespielt – per 31.000 Ansi-Lumen lichtstarkem Beamer.

BurgBurg Altena
Entstehungszeit1100 bis 1200
BurgentypHöhenburg

Spektakuläre Bilder auf Burg Altena: Natürliche Elemente

„Fundamental“ deshalb, weil die Burg von entscheidender Bedeutung für Altena und die Region sei, sagt Groll. Zudem leite sich aus dem Begriff das Wort Fundus ab. „Dieser ist auf Burg Altena und in den Museen immens“, so Groll. In einem sich ständig weiterentwickelnden Prozess entstanden in Zusammenarbeit mit Kuno Seltmann (Film), Lichtpunk (Lichtdesign), Sam Katham (Musik) und der Lüdenscheider Firma Livesound Music GmbH (Technik) die Projektionen. Besonders ins Licht gerückt werden die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. „Die Burg ist dafür eine perfekte Kulisse. Hier sind Motive aus Elementen, die unvergänglich sind“, sagt Groll. Wie zum Beispiel die Ritterrüstungen, die symbolisch seien für die Kraft und die Industriegeschichte der Region. Ebenso als Material dienen gegossene Metallreliefs, Symbole, Wappen und ein Fenster der Burgkapelle.

Blick hinter die Kulissen: Für das Probeleuchten der Motive und die Ausrichtung wurde zuvor ein Raster auf die Burgmauern projiziert.
Blick hinter die Kulissen: Für das Probeleuchten der Motive und die Ausrichtung wurde zuvor ein Raster auf die Burgmauern projiziert. © Groll

„Es war super spannend“, berichtet der Lichtkünstler, „wir haben alles selbst gefilmt.“ So entstanden die Aufnahmen, die Feuer und Hitze widerspiegeln, in der Bronzegießerei Josef F. Filthaut in Iserlohn. Weitere Motive fand das Künstlerkollektiv im Deutschen Drahtmuseum. „Draht ist ein Schlüsselelement unserer Region und zugleich ein Motor des technischen Fortschritts. Im Museum verfolgten wir diese Spuren und filmten Verzierungen aus Metall oder das klassische Kettenhemd aus Eisen“, berichtet Kuno Seltmann. Dazu wurden die Rüstungen ausgeleuchtet, maßstabsgetreu abgefilmt und als Video montiert. Insgesamt entstanden so mehr als 20 Stunden Filmmaterial, die zu einer zehnminütigen Sequenz zusammengeschnitten wurden. Das Ganze wird in einer Endlosschleife zu sehen sein. „Du hast das Gefühl, eine fortlaufende Projektion zu sehen“, verdeutlicht Tom Groll.

Burg Altena: Spektakuläre Bilder und viele Besonderheiten

Der Musiker Sam Katham kreierte extra einen Sound, der die Projektion unterstützt. „Diese Klänge erzeugen neben der Bildlichkeit nochmals eine außergewöhnliche Atmosphäre“, erklärt Groll. Weitere Besonderheit: Am Anfang und am Ende der Projektion erscheint das Wort Fundamental als gemorstes Lichtsignal. „So senden wir auch einen Dechiffriercode nach außen, um zu zeigen, dass wir auf Sendung sind“, sagt der Lichtkünstler. Denn es sei ein Lichtblick in diesen dunklen Zeiten, dass Kunst in dieser Form und draußen stattfinden könne. „Unsere Arbeit bekommt eine Bühne.“

Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Architektur-Projektion ab Samstag um 17 Uhr auf Burg Altena zu bewundern. „Es wird eine sinnliche Erfahrung aus Sound, Licht und Projektion. Wir freuen uns auf die Wirkung der Bilder bei den Besuchern“, so Tom Groll. Und er verspricht: „Es ist ein fundamentales Erlebnis und die Gäste können sich immer wieder aufs Neue mit den Motiven auf die Reise durch die Elemente machen.“

Mit der Architekturprojektion im oberen Burghof vom 4. bis 18. Dezember schafft der Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises ein neues, kostenloses Angebot. Der obere Burghof ist sonntags bis donnerstags bis 20 Uhr und freitags und samstags bis 21 Uhr geöffnet. Während der Museumsöffnungszeiten gilt auch für den oberen Burghof die 2G-Regel.

Derweil drohen sich Felsbrocken am Burgweg zu lösen. Deshalb ist nun schnelles Handeln gefragt.

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