Altena: 225 Bürger wollen Google-Street-View nicht

Altenaer Bürger wollen kein Google Street View.

ALTENA ▪ Einen Monat lang hatten die Altenaer die Möglichkeit, sich im Bürgerbüro gegen den neuen Google-Dienst „Street View“ zu wehren. Genau 225 trugen sich in eine dort ausliegende Liste ein und untersagten dem Internet-Unternehmen damit, ihr Haus zu fotografieren und im Internet zu veröffentlichen. Die Listen werden jetzt an die deutsche Zentrale des Unternehmens geschickt.

Noch nicht entschieden ist, ob die Stadt auch ihre eigenen Gebäude sperrt – ursprünglich war das vorgesehen, dann hätten sich aber die Rahmenbedingungen geändert, räumte der stellvertretende Verwaltungschef Stefan Kemper inzwischen ein: Google will auf allen Aufnahmen Autokennzeichen und Gesichter unkenntlich machen – das habe der Rat noch nicht gewusst, als er sich gegen die Veröffentlichung der kommunalen Gebäude aussprach. Deshalb werde das Thema in einer der nächsten Ratssitzungen erneut behandelt.

Heftiger Streit

In Internetforen wurde in den letzten Wochen heftig über Street View diskutiert. Immer wieder wurde dabei die Meinung vertreten, dass die Stadt sich keinen Gefallen tue, wenn sie attraktive Gebäude wie zum Beispiel die Burg Holtzbrinck sperren lasse – sie seien schließlich eine Werbung für die Stadt.

Rein rechtlich gilt in Deutschland übrigens die so genannte Panoramafreiheit für Fotografen. Dazu entschied der Bundesgerichtshof: „Das ungenehmigte Fotografieren eines fremden Hauses und die gewerbliche Verwertung einer solchen Fotografie stellen dann keine Abwehr- und Zahlungsansprüche auslösende Einwirkung auf fremdes Eigentum dar, wenn die Fotografie - ohne dass das Hausgrundstück betreten wird - von einer allgemein zugänglichen Stelle aus angefertigt wird.“

Umstritten

Umstritten ist allerdings, ob dazu Hilfsmittel wie zum Beispiel Leitern verwendet werden dürfen, um über Hecken und Zäune schauen zu können. Google montiert die Kameras für seine Aufnahmen in rund drei Metern Höhe auf Autodächern.

Thomas Bender

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