Altena bekommt ein neues Leitsystem

Ob Homepage, Smartphone, oder elektronische Informationstafel: Das Design des neuen Orientierungssytems folgt einer einheitlichen Linie. Quelle: Architekturbüro Klaus Hollenbeck

ALTENA - Überraschende Mitteilung im Ausschuss für Stadtplanung: Individualtouristen, die mit dem Auto nach Altena reisen, sollen auch nach Fertigstellung des Burgaufzugs am Langen Kamp und damit etwa einen Kilometer vom Aufzug entfernt parken. Nur für Busse sind Parkflächen im Bereich Markaner vorgesehen.

Zwei Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass möglichst viele Burgbesucher den Aufzug nutzen. Zum einen wird es direkt an der Burg zukünftig nur noch Behindertenparkplätze geben, zum anderen laufen die Vorbereitungen für ein neues Orientierungssystem auf Hochtouren.

Der Auftrag dafür ging an den Architekten Klaus Hollenbeck und damit an den Planer, der auch großen Anteil an der Ausgestaltung des Burgaufzugs selber hat – „ein Glücksfall“, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Das garantiere eine Planung „aus einem Guss“. Begleitet werden Hollenbeck und seine Mitarbeiter von einem Arbeitskreis, dem Mitarbeiter der Verwaltungen von Stadt und Kreis sowie der Marketingvereine angehören. Wertvolle Hilfe leiste dort auch der Verein Sauerland-Tourismus, betonte Hollstein ausdrücklich.

Das Informationssystem besteht aus verschiedenen Elementen, denen eines gemein ist: Sie werden möglichst vandalismusfest sein und mit einer Anti-Graffiti-Beschichtung versehen. Für lange Haltbarkeit soll die Herstellungsweise sorgen: Die Texte werden lasergesteuert in Edelstahlplatten eingraviert.

Großen Wert legen die Planer auf eine perfekte Verknüpfung mit den Neuen Medien. Das Design der Hinweistafeln soll mit dem der Burgaufzugs-Homepage identisch sein. Smartphonebenutzer können über so genannte QR-Codes weiterführende Informationen auf ihre Geräte laden, auch sie erscheinen in der gleichen Optik. Wer noch ohne diese Geräte unterwegs ist, findet im Bürgerbüro und im Empfangsgebäude des Aufzugs „Info-Pads“, mit deren Hilfe er umfassende Informationen über Altena abrufen kann. Am Langen Kamp soll ein optisch an einen Fahrkartenautomaten erinnerndes Gerät mit eingebautem PC dabei helfen, umfassende Touristeninformationen abzurufen.

Durch ein besonderen Kniff wollen die Planer erreichen, dass sich rund 50 Wegweiser, die benötigt werden, von „normalen“ Schildern unterscheiden: Die Masten sollen nicht gerade sein, sondern einen Winkel von etwa 15 Grad haben. Das soll an von Pferden in die Erde geschleuderte Lanzen erinnern. Komplettiert wird dieses Bild durch die Schilder selbst, die an die Wimpel von Rittern erinnern sollen.

„Geschichtsplaketten“ sollen an Gebäuden wie der Burg Holtzbrinck zum einen darauf hinweisen, dass man bei einer Stadtführung mehr über dieses Gebäude erfahren kann. Zum anderen ermöglicht auch an diesen Stellen ein QR-Code den Abruf weiterführender Informationen.

Was das alles kosten soll, steht noch nicht genau fest: Nach einer ersten, allerdings noch groben Ermittlung liege man „noch im Kostenrahmen“, teilte Uwe Krischer dem Ausschuss für Stadtplanung mit. 50 000 Euro wurden Anfang des Jahres für das Orientierungssystem in den Haushalt übertragen.

von Thomas Bender

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