Alte Wege trennen sich, neue tun sich auf

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Das Blauth-Team ist traurig.

ALTENA - Die Wege des „Vinzenz-Vital“ unter Leitung von Sigrun Blauth und des St. Vinzenz-Krankenhauses trennen sich. Seit gestern ist es amtlich, dass zum 1. April ein neuer Betreiber das Medi-Sportzentrum an der Steinstraße 14 übernehmen wird. „Wir sind traurig, todtraurig“, kommentierte gestern Sigrun Blauth, die die Anlage seit 2003 betrieben hatte.

Wie berichtet, lief der Fünf-Jahresvertrag mit der Geschäftsfrau aus Mettmann, die im Rheinland ein weiteres, aber zertifiziertes Medi-Sportzentrum mit 25 Mitarbeitern betreibt, zum 31. Dezember 2010 aus. Weil die Zukunft des Krankenhauses zu dieser Zeit – wie heute – noch recht unübersichtlich war, einigten sich Franz Jörg Rentemeister als Geschäftsführer und Sigrun Blauth, ihren Vertrag zunächst bis zum 31. März zu verlängern. Von Anfang an war aber klar, dass sich St. Vinzenz auch möglicherweise um neue Betreiber bemühen wollte. Das ist jetzt passiert.

Gestern morgen ging dann per Fax ein relativ formloser Achtzeiler bei Blauth ein. Darin teilt ihr Rentemeister mit, dass ihre Zeit an der Steinstraße zum 31. März abläuft. „Ich bin enttäuscht, unsere Patienten sind es auch. Mein Team versteht die Welt nicht mehr“, kommentierte Blauth diesen Fakt.

Sie wies – im Beisein ihrer langjährigen Mitarbeiter Hanno Petermann und Luis Delgado – noch einmal darauf hin, dass es insbesondere in der Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus in den vergangenen Jahren nie ernsthafte Probleme oder Auseinandersetzungen gegeben habe. „Ganz im Gegenteil. Wir haben gut, ganz hervorragend zusammen gearbeitet.“ Das sei so weit gegangen, dass ihre Mitarbeiter sogar als ausgebildete Fachkräfte an ärztlichen Visiten im Haus teilgenommen hätten.

Jutta Bückmann, die gestern an Krücken in die Behandlungsräume kam und bereits nach ihrer ersten Knie-OP vom Blauth-Team wieder fit gemacht worden war und jetzt, nach OP Nummer zwei, den gleichen Weg beschreiten wollte: „Ich bin so enttäuscht. Wie soll es denn jetzt weitergehen?“

Dem Vernehmen nach, hat die neue Betreiberfirma das bisherige Personal – fünf Physiotherapeuten und drei Rezeptionskräfte – bereits kontaktiert, um sie für eine Übernahme zu interessieren. Kommentieren oder bestätigten wollte das aber niemand. Blauth hatte, so sagte sie, St. Vinzenz einen modifizierten Vertrag angeboten, in dem sie höhere Forderungen für ihre Leistungen stellt, als bisher. Ob das der Grund der Trennung ist, bleibt aber wohl Spekulation.

Vinenz-Geschäftsführer Franz Jörg Rentemeister sah in dem Vorgang gestern nichts Ungewöhnliches: Das ein Vertrag auslaufe, sei im Wirtschaftsleben üblich. Selbstverständlich sei es auch, dass er sich in der Frage eines Nachfolgers im „Vital“ eng mit den Interessenten für eine neue Trägerschaft am Krankenhaus abgestimmt habe. Es habe neben Sigrun Blauth drei weitere Kandidaten gegeben, die das Medi-Sportzentrum in der Zukunft übernehmen möchten.

von Johannes Bonnekoh und Thomas Keim

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