Die alte Post wird vorerst wohl kein Altenaer Hotel

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Über 60 interessierte kamen in die Burg Holtzbrinck.

ALTENA ▪ Eine deutliche Aufwertung der Lennestraße auf ihrer vollen Länge ist und bleibt das vorrangige Ziel der Politik im Rahmen des laufenden Entwicklungs- und Handlungskonzeptes der Stadt. Mehr als 60 Interessierte waren Dienstag der Einladung der Verwaltung gefolgt, um sich aus erster Hand in der Burg Holtzbrinck den aktuellen Sachstand anzuhören.

Was ihnen dann die Mitautoren des 114 Seiten umfassenden „Tourismuskonzeptes Altena“ im Detail vorstellten, war weit mehr als graue Theorie oder Träumerei. Doch Jutta Gruß-Rink und Matthias Burzinski appellierten immer wieder leidenschaftlich an die Anwesenden, sich beim Stadtumbau einzubringen. „Ohne ihre Hilfe geht es nicht.“

Deshalb mündete der Abend auch in die Bildung von drei Arbeitskreisen, die an das Themenfeld Kultur angebunden sind, nämlich 1. Entwicklung eines Leitsystems. 2. Aufbau eines Wanderkompetenzzentrums und 3. Ideenfindung Lennebühne.

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein wollte „keine neuen Baustellen eröffnen“, sagte aber, wenn der Event-Burgaufzug 2013 realisiert sei, müsse etwas in der City passiert sein. „Die Touristen, die kommen, müssen sich wohlfühlen. Das ist eine unserer ersten Aufgaben, das sicher zu stellen.“

Altena habe große Defizite, die es gelte, abzutragen, reflektierte Jutta Gruß-Rink ihre bisherige, sechsjährige Arbeit. Wer im Tourismusgeschäft Erfolg haben wolle, müsse besser sein als die Konkurrenz. So wurden Zielgruppen analysiert, Defizite im Übernachtungssektor oder bei so simplen Dingen wie der Zielführung zu Denkmälern aufgelistet. „Wir müssen Altenas Potenziale heben. Die Stadt ist ideal geeignet für Tagesausflüge, hat eine herrliche Natur, ein interessantes Kulturleben und Industrieerbe“.

Wegen der guten Erreichbarkeit aus dem Ruhrgebiet gelte es, die spezifischen Eigenarbeiten herauszustellen und zu optimieren. Stichworte dazu: Natürlich die Burg, die Museen und eben die Natur (Wanderwege) inclusive der Lenne. Der Fluss müsse sich in deutlich in den zu entwickelnden Tourismus-Aktivitäten wiederfinden.

Zurück zur Innenstadt: Der Eigentümer der alten Post, so Jutta Gruß-Rink, sei zurzeit noch nicht bereit, seine Immobilie zu einem Hotel umzubauen. Aber der Regierungspräsident habe Zustimmung signalisiert, die Reformierte Kirche und die Burg Holtzbrinck künftig als eine Einheit zu sehen und hier bis zu 20 Prozent Gastronomie zuzulassen. Weiter schlugen die Tourismusfachleute vor, auch die obere Lennestraße zu optimieren. Hier könnten Geschäfte in nebeneinander stehenden Häusern unter einem Dach zusammen gelegt werden. Nötig sei aber zunächst, viele Fassaden zu renovieren. Nächster, konkreter Schritt: Am 8. und 9. Juli gibt es einen Workshop Krämerdorf, der offen ist für alle Interessierten. Bürgermeister Dr. Hollstein: „Das Jahr 2013 kommt bald. Wir müssen arbeiten, aber wir werden vermutlich mit dem Bau des Aufzugs trotz der Zeitverzögerung, die das Land zu vertreten hat, fertig.“

von Johannes Bonnekoh

Stichwort Tourismuskonzept: Tourismuskonzept Altena, das sind 114 Seiten voller Ideen, Ziele und knallharter Ist-Analysen. Die Macher, die Fragen wie „Wo steht Altena?“ nach und nach in Strategien umwandeln wollen, setzen dabei vor allem auf die Bürger. Interessant: Immer wieder beziehen sie die Lenne als stadtbildprägendes Gewässer in ihre Überlegungen mit ein. Stichworte dazu sind: Schwimmende Hotelkapseln auf der Lenne mit einem Baumhaus-Hotel am Ufer für Ein-Tages-Übernachtungen. Oder die Nutzung der Wasserflächen als Begegnungs- und Erlebnisziele für Familien mit Kindern. Wichtigste, aktuelle Aufgabe: Die Aufwertung der Lennestraße mit der Einrichtung eines Krämerdorfes und das Erarbeiten des Wanderkonzeptes Altena-Region. Das komplette Tourismuskonzept ist im Internet unter http://www.altena.de einsehbar.

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