Verdammt guten Job gemacht

„Alte Hasen des Jazz“ begeistern in der Burg Holtzbrinck

+
Rainer Lipski (Klavier) und Norbert Hotz (Kontrabass) sorgten in der Reihe „Jazz léger“ für einen heiteren Musikmorgen in der Burg Holtzbrinck und zogen ihr Publikum rasch auf ihre Seite.

Altena - Einen heiteren Vormittag bereiteten zwei gern gesehene Gäste am Sonntag, 7. Mai, dem Publikum in der Burg Holtzbrinck: Rainer Lipski (Klavier) und Norbert Hotz (Kontrabass) bilden zusammen das Duo „Don & Ray“ und spielen Musik, die perfekt in den Rahmen der Veranstaltungsreihe „Jazz Léger“ passt.

Beide studierten von 1981 bis 1986 Jazz an der Musikhochschule Köln und musizierten seitdem miteinander oder mit anderen bekannten Größen des Musikgeschäfts. Beide wohnen in Essen-Frohnhausen, wie sie dem Publikum nicht ohne Stolz erzählten - „im Wilden Westen“. Dass sie ihre Brötchen als Musiker verdienen, verdanken sie einem Zufall: Sie hätten keine Zeit gehabt, an einem Tanzfilm in der Tradition John Travoltas mitzuwirken, schwindelten die beiden.

Optischer Eindruck

„Alte Hasen des Jazz“ würde den optischen Eindruck, den die beiden vermittelten, nicht so richtig treffen. Der Mann am Kontrabass wirkte mit seinem Hut und einem recht ernsten Blick eher wie ein Pate aus dem Chicago der 30er Jahre. Und der Mann am Klavier strahlte jene Seriosität aus, die auch einem Gangster Türen öffnen würde. Aber, Scherz beiseite: Als Kern einer Jazzband machten die beiden - ganz seriös und wunderbar anzuhören - einen verdammt guten Job und ließen die großen Pianisten und Komponisten Duke Ellington, Monty Alexander und Horace Silver hochleben.

Höhenflüge

Deren Kompositionen gaben Rainer Lipski viel Raum zu improvisatorischen Höhenflügen, während Norbert Hotz seinen Bass als Percussion-Instrument nutzte. Dem New-Orleans-Jazz zuzurechnen war Professor Longhairs „Tipitina“. Spencer Williams’ „Basin Street Blues“ aus dem Jahr 1928 war ein ernsthafter Kandidat für die älteste Komposition des Konzerts.

Sündige Meile

Das Lied sei einer sündigen Meile gewidmet, warnten die Musiker, die auch Henri Mancinis rosaroten Panther durch die Burg schleichen ließen. Spaß machte auch die kunstvolle Behandlung von Kompositionen, die eher dem Pop zuzurechnen sind: „Love me tender“, ein eher ruhiges Lied von Elvis Presley, und Stevie Wonders „Superstition“. „There’s only one rule: Keep it simple, keep it cool!“, lautete das Motto auf den mitgebrachten CDs, und genau diese kühle, mitreißende Ruhe brachten die beiden mit.

Erneuter Auftritt

Vor einem Jahr waren sie schon einmal in Altena, und freundlicherweise deuteten die beiden an, dass sie sich durchaus einen erneuten Auftritt in der Burg Holtzbrinck vorstellen können.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare