Repräsentatives Gebäude

Besitzer mit Geld gesucht! Bankhaus im MK unterm Hammer - für einen Euro

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Der frühere Sitz der Commerzbank kommt für einen Euro unter den Hammer.

Altena – Einst prächtiger Bank-Sitz, nun eine heruntergekommene Immobilie: Die alte Commerzbank wird für einen Euro zwangsversteigert. Der neue Besitzer braucht viel Geld.

Fensterscheiben, die eingeschlagen sind oder ganz fehlen, Nebeneingangstüren aus Holz, die verwittern und zuwuchern, eine Stufe aus der stattlichen Eingangstreppe ist herausgebrochen. Und auf Vordächern im Obergeschoss wachsen Birken in die Höhe. 

Einst stolze Repräsentanz einer namhaften Bank, jetzt Bauruine mit riesigem Investitionsstau: Das frühere Gebäude der Commerzbank an der Lüdenscheider Straße steht am 11. November beim Amtsgericht zur Zwangsversteigerung an. 

Gutachter: "Mangelhafter Bauzustand"

Ein Gutachter hat den Verkehrswert auf einen Euro festgesetzt. Auch andere Zahlen, die aus einem Gutachten des Büros Ingenieurgemeinschaft Butzmühlen in Kürten hervorgehen, sind ernüchternd. 

1920 gebaut, ist das Gebäude jetzt 100 Jahre alt. Platz gibt es reichlich, aber auch Schutt. Es stehen rund 1440 Quadratmeter zur Verfügung. 

Aber: „Das Gebäude befindet sich in einem mangelhaften Bau- und Unterhaltungszustand“, hält Gutachter Frank Butzmühlen fest. Es befinde sich nahezu alles in einem „überalterten oder verschlissenen Zustand“. Weil das Gebäude seit nahezu 20 Jahren leer steht, seien zusätzliche Schäden durch Vandalismus und Witterungseinflüsse entstanden. 

Pläne für Wohnhaus schnell ad acta gelegt

Nur vereinzelt ist zu erkennen, dass neue Fenster eingesetzt worden sind. „Im derzeitigen Zustand ist eine Nutzung des Objektes in der bisherigen Form nicht denkbar“, heißt es in dem Exposé aus Kürten weiter. 

Im Jahr 2008 hatte ein Projektentwickler daran gedacht, das Objekt nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in ein Neun-Familien-Haus umzuwandeln. Diese Absicht sei jedoch schon in der Vorplanungsphase wieder verworfen worden. Das spricht nicht für die Substanz der Immobilie. Ein Umstand, den der Gutachter für das Amtsgericht auch mit Zahlen ausgekleidet hat: Es gebe einen Sanierungsstau von beachtlichen 1,63 Millionen Euro. Allein für das Wegschaffen des im Gebäude vorhandenen Schutts sind 40 000 Euro angesetzt. 

Auch Abriss nicht billig

Wer an der Lüdenscheider Straße mit einem Euro einsteigen will, der sollte also im Hintergrund noch bedeutend mehr Geld zur Verfügung haben, um das Haus von Grund auf zu sanieren und so eine Vermietbarkeit „nach mittlerem Standard“ wieder herzustellen. 

Es gibt freilich auch die Variante Abriss. Bei einem Gesamtvolumen des Gebäudes von 5700 Kubikmetern kommt der Gutachter für eine komplette Beseitigung schon auf die stattliche Summe von rund 175 000 Euro. 

Der Bodenwert wird an der Lüdenscheider Straße mit 54.000 Euro veranschlagt. Die Baugrundfläche liegt bei 1700 Quadratmetern. An der Altenaer Straße wird ein ehemalige Ausflugslokal ebenfalls zwangsversteigert. Eine geheimnisvolle Villa in der bester Lage in Lüdenscheid steht leer.

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