Neues Projekt

Alt-Westfalen wird begehbar

+
Wie immer ist viel Liebe zum Detail spürbar, wenn der Altenaer Geschichtsliebhaber an Ausstattungen bastelt.

Altena/Küntrop - Dass Karsten Wolfewicz auch „richtig groß“ kann, das hat er nicht zuletzt bei den Abenden zum „Garten der Geschichte“ bewiesen, für die er imposante Kulissen baute. Jetzt geht der Wahl-Altenaer noch einen Schritt weiter.

Im Schatten der „Motte“, einer nach mittelalterlichen Vorbildern entstandenen Verteidigungsanlage im Neuenrader Ortsteil Küntrop, soll eine Bodeninstallation von mehr als fünf Metern Durchmesser entstehen. 

Dazu dienen vier große Schilde und fünf Schwerter. Sie bilden die Landschaft zwischen Rhein, Lippe, Ruhr und Lenne ab und zeigen in gekonnter Symbolik die Machtzentren früherer Jahrhunderte. Das Ziel der historisch inspirierten Installation: „Es geht darum, jemandem in drei Schachzügen klar zu machen, wer wir sind“, sagt Karsten Wolfewicz. 

Lange hat Karsten Wolfewicz über der Schildlandschaft gebrütet. Jetzt sind die Pläne für das Vorhaben konkret geworden.

„Wir“, das sind die Märker. Bei Führungen an der Installation, auch und gerade für Schüler, sollen die Verhältnisse zwischen den Grafschaften Berg, Mark und Arnsberg, dem Erzbistum Köln – es wird markiert durch einen übergroßen Bischofsstab und einen „eisernen Handschuh“ – und schließlich den Bistümern Münster und Osnabrück einfach und anschaulich erklärt werden können. 

Unverkennbar thront der Bergfried der Burg Altena auf einem der Schilde, zu seinen Füßen ein Schwert – die Lenne. In einem Schild steckt ein Dolch – er symbolisiert die Schlacht von Worringen, 1288, die maßgeblich zum Aufstieg des Märkischen Grafenhauses beitrug. Ein normannischer Helm („Nasaltyp“) weist auf das Kernland der Grafschaft Berg hin. 

Die Bodeninstallation wird mehr als fünf Meter Durchmesser aufweisen. Dazu dienen vier große Schilde und fünf Schwerter. Sie bilden die Landschaft zwischen Rhein, Lippe, Ruhr und Lenne ab.

Zwei Ringe symbolisieren an anderer Stelle die Hochzeit des Grafen Eberhard von Berg mit Adelheid von Arnsberg. „Sie brachte eine reiche Mitgift mit in die Ehe“, weiß Wolfewicz. Adelheid wurde die Mutter von Graf Adolf von Altena. „Der dritte Sohn des Hauses machte Weltgeschichte“, sagt Wolfewicz beinahe beiläufig. Adolf wurde Domherr in Köln und 1216 Weihbischof. 

Zwar gibt es durchaus unterschiedliche Überlieferungen über die Verflechtungen der Grafenhäuser, unumstritten ist jedoch, dass Adelheid von Arnsberg seit 1161 mit Graf Eberhard I. von Berg (seit 1152, gestorben 1180) verheiratet war. Spätestens mit ihm, einem Sohn von Adolf IV. von Berg, beginnt mit Sicherheit die Linie der Grafen von Altena. Eberhard I. zeichnete seit dem Jahr seiner Hochzeit 1161 als Graf von Altena und dürfte auf der Wulfsegge einen dauerhaften Wohnsitz gehabt haben. 

Die Idee zum Projekt Schildlandschaft sei letztlich über Jahre gewachsen, berichtet Wolfewicz. Neuenrades Alt-Bürgermeister Klaus Peter Sasse wurde, was die Umsetzung an der Küntroper Motte angeht, „zum Motor des Projektes“, wie Wolfewicz es beschreibt. Die Metallarbeiten werden in der Hand des Werdohler Metallbaubetriebes Duisberg liegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare