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Weihnachtsmann sorgt für Eichhörnchen-Bescherung

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Familie Hoppe nahm die Spende in Form von Paketen auf einem Anhänger von Weihnachtsmann Wolfgang Hoppe entgegen.
Familie Hoppe nahm die Spende in Form von Paketen auf einem Anhänger von Weihnachtsmann Wolfgang Hoppe entgegen. © GOOR-SCHOTTEN

13 Einsätze hat Weihnachtsmann Wolfgang Hoppe in den vergangenen Wochen absolviert, alten und jungen Menschen viel Freude bereitet und seinen persönlichen Sammel-Rekord eingestellt. Und doch konnte er diese positive Bilanz am Mittwoch tatsächlich noch einmal toppen. Zu Tränen gerührt nahm Simone Thal die Spende entgegen, die aus dem ehrenamtlichen Einsatz des Rentners resultierte – ein sehr bewegender Moment für beide Seiten.

Altena – Seit fünf Jahren bietet Wolfgang Hoppe in Altena seine Dienste als Weihnachtsmann an. Im klassischen rot-weißen Anzug und mit dichtem Rauschebart hat er Schul- und Kitakinder besucht, in Vereinen und Gasthäusern vorbeigeschaut und auf dem Wochenmarkt kleine, von einigen Einzelhändlern gespendete Geschenke verteilt – gegen eine Spende für einen guten Zweck ist er unterwegs.

„Im ersten Jahr habe ich gleich 1200 Euro zusammenbekommen. In den vergangenen beiden Jahren war es wegen Corona leider viel weniger“, erzählt er. In diesem Jahr aber konnte er seinen eigenen Rekord schlagen. 1301,87 Euro kamen am Ende der Weihnachtszeit zusammen.

Der gute Zweck stand von Anfang an fest. Simone Thal sollte diesmal vom Weihnachtsmann-Einsatz profitieren. Die Tierfreundin engagiert sich seit einigen Jahren als Eichhörnchen-Päpplerin. Sie ist für die Tierheime in der Umgebung die erste Adresse, wenn es darum geht, junge hilflose oder verletzte Eichhörnchen zu versorgen. „Es hat mit einem angefangen, dann kam mal ein zweites dazu, und so hat sich das irgendwie verselbstständigt“, erzählt sie. Dahinter steckt jedoch viel, viel mehr.

Familie Hoppe nahm die Spende in Form von Paketen auf einem Anhänger von Weihnachtsmann Wolfgang Hoppe entgegen.
Familie Hoppe nahm die Spende in Form von Paketen auf einem Anhänger von Weihnachtsmann Wolfgang Hoppe entgegen. © GOOR-SCHOTTEN

53 Eichhörnchen hat sie in diesem Jahr aufgenommen. Sechs haben es trotz aller Fürsorge nicht geschafft, aber die anderen konnten ausgewildert werden. „Das sind wirklich viele. Das ist schön“, sagt Sohn Jonas.

Ohne ihn und ihren Mann Dennis würde es nicht klappen, sagt die Eichhörnchen-Päpplerin. Die ganz jungen Tiere müssen alle zwei bis drei Stunden gefüttert werden und brauchen viel Wärme. Da werden die Kleinen dann auch schon mal im Brustbeutel eng am Körper getragen. Ab der sechsten bis achten Woche werden die Fütterabstände größer, die Tiere bekommen keine Milch mehr. Dann ziehen sie in eine Außenvoliere um und wenn sie dort einen guten Eindruck machen, werden sie in die Selbstständigkeit entlassen. „Zum Frühstück kommen aber einige immer noch wieder. Da ist hier einiges los“, erzählt Jonas. Im Moment leben fünf Nachzügler bei den Thals und über Weihnachten ist ein Eichhörnchen mit einem gebrochenen Bein dazu gekommen. „Es sah erst nicht gut, aber es wird es schaffen“, freut sich die Päpplerin über ihr kleines Weihnachtswunder.

Simone Thal hat in diesem Jahr 53 junge Eichhörnchen aufgenommen, bis auf sechs konnten alle ausgewildert werden.
Simone Thal hat in diesem Jahr 53 junge Eichhörnchen aufgenommen, bis auf sechs konnten alle ausgewildert werden. © THAL

Das große lieferte Weihnachtsmann Hoppe ab, in Form eines üppig beladenen Anhängers. Zwei Volieren, Kescher, ein Wärmeschrank, Kratzbaum und Transportbox, Kürbiskerne, Rote Beete, Getreidefutter, Mittel gegen Durchfall – 19 Pakete mit allem, was kleine, mutterlose Eichhörnchen zum Überleben brauchen, stellten der Weihnachtsmann und seine Frau vor die Tür. Es wird der Wildtierhilfe über einige Monate helfen, denn neben den täglichen Futtermengen standen jetzt auch Reparaturen an der Voliere an. Und die Altenaerin bestreitet ihre Wildtierhilfe aus ihrer Privatkasse. Die Tierheime, die selbst unter hohem Kostendruck stehen, möchte sie eigentlich nicht in Anspruch nehmen. Geldspenden darf und möchte sie nicht annehmen. Um so größer ist deshalb die Freude, dass die Liste, die sie dem Weihnachtsmann auf dessen Wunsch hin zusammengestellt hat, komplett abgearbeitet wurde. Das Material kommt wie gerufen, denn schon für Mitte Februar rechnet die Päpplerin mit den ersten Tieren, die ihre Mutter verloren haben und ohne Wärme und Nahrung verloren sind. „Früher gab es zweimal im Jahr Nachwuchs, jetzt ist das schon drei- bis viermal der Fall.“ Der Klimawandel mit seinen steigenden Temperaturen macht sich auch in der Tierwelt bemerkbar.

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