„Alles schon diskutiert“

Viel Grün und wenig Industrie im Gewerbepark Rosmart.

ALTENA ▪ Werdohls Kommunalpolitiker bekommen beim Blick auf die leeren Flächen im Gewerbepark Rosmart kalte Füße. Bei den Haushaltsplanberatungen machten Politker von SPD, FDP und einer Wählergemeinschaft im kommenden Jahr zu erwartende Garantieleistungen für die Märkische Gewerbepark Rosmart zum Thema (wir berichteten).

Werdohl hält 20 Prozent an der GmbH, für 2012 rechnen die dortigen Politiker mit Zahlungen von rund 300 000 Euro. Trifft diese Angabe zu, würde die Stadt Altena als Mehrheitsaktionär mit mehr als 700 000 Euro belastet. Trotzdem bleibt Bürgermeister Dr. Hollstein gelassen: Man müsse langfristig denken – ohne den Gewerbepark hätte die Märkische Nieten Altena verlassen, allein das hätte erhebliche Steuereinbußen bedeutet.

Wenig Verständnis äußerte Hollstein gestern über aus Werdohl kommende Verbesserungsvorschläge. Die Grundstückspreise seien zu hoch, hatten die dortigen Kommunalpolitiker gemeint. Auch sei die Vermarktung durch „nebenbei“ als Geschäftsführer tätige Mitarbeiter der Stadtverwaltungen von Altena, Werdohl und Lüdenscheid womöglich nicht professionell genug.

Ändern können die Werdohler daran allerdings nichts: Rosmart ist eine GmbH. Nicht die Räte haben dort das Sagen, sondern ein Aufsichtsrat, dem Kommunalpolitiker aus allen drei beteiligten Kommunen angehören. Altena hat dort Mehrheit, Hollstein führt den Vorsitz. Längst schon habe sich das Gremium mit der Materie beschäftigt, verriet Altenas Bürgermeister gestern – „das haben wir alles schon diskutiert“. Zu einer Klausurtagung habe man Experten eines Frankfurter Unternehmens eingeladen, das auf die Vermarktung von Gewerbeflächen spezialisiert sei. „Was wir gemacht haben, war grundsätzlich in Ordnung“ – das war der Eindruck, den Altenas Bürgermeister von dieser Begegnung mitgenommen hat. Es habe einige Verbesserungsvorschläge gegeben, die jetzt umgesetzt würden. Das betreffe zum Beispiel Veränderungen im Marketing. Ein von den Werdohlern gewünschter hauptamtlicher Geschäftsführer sei dazu jedenfalls nicht notwendig.

Was genau die GmbH ändern will, ist offenbar Geschäftsgeheimnis – Hollstein mochte nicht ins Detail gehen. Auffällig ist immerhin, dass der in der Vergangenheit vor allem von Lüdenscheider Seite aus stark kritisierte Internetauftritt sich leicht verändert hat. Es finden sich jetzt neue, peppige Fotos, die insbesondere das Thema „Arbeiten im Grünen“ thematisieren.

„Das ist kein Rosmart-Problem“, argumentiert der Bürgermeister und verweist auf andere Kommunen, die ihre Gewerbegebiete nicht voll bekämen. „Die Meinerzhagener haben diese Probleme auch, weiß Hollstein aus Gesprächen mit Amtskollegen.

Die Werdohler haben auch eine Preissenkung ins Gespräch gebracht – ein weiterer Vorschlag, von dem Hollstein weniger begeistert ist. Er tendiert eher dazu, von Fall zu Fall mit Interessenten über die konkreten Konditionen zu verhandeln. Letzten Endes sei das ein Rechenexempel, sagte er gestern auf Anfrage. ▪ Von Thomas Bender

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