Erneuerung des Enervie-Umspannwerks ist abgeschlossen

Alles doppelt und dreifach abgesichert

+
Zwei Jahre lang hat sich Björn Rostek intensiv mit dem Umspannwerk im Kleff beschäftigt. Als Projektleiter koordinierte er die Erneuerung der fast 60 Jahre alten Technik.

Altena- Wie kommt der Strom in die Steckdose? Die Antwort auf diese Frage liegt ein Stück weit auch im Kleff. Da steht das für Altena zuständige Umspannwerk der Enervie, das in den vergangenen zwei Jahren für 4,2 Mio. Euro saniert wurde. Die alte Technik stammte aus dem Jahr 1959, die mächtigen Schalter an den 110 kV-Leitungen wurden noch mit Druckluft betrieben.

Um die 14 Megavoltampere fließen beim Ortstermin im Kleff durch die beiden Hochspannungsleitungen „Lenne 1“ und „Lenne 2“, über die neben Altena auch Teile von Nachrodt und Hemer mit Strom versorgt werden. Im Umspannwerk werden aus den 110 Kilovolt, den die Hochspannungsleitungen anliefern, 10.

Transformatoren

Das besorgen zwei mächtige Transformatoren im Erdgeschoss des Umspannwerkes. Die 10 KV gehen an eine Schaltanlage. Von der aus werden zum einen die übers Stadtgebiet verteilten Trafohäuschen, zum anderen aber auch Firmen mit höherem Stromverbrauch versorgt. Erst in den übers ganze Stadtgebiet verteilten Trafohäuschen wird der Strom in die „haushaltsüblichen“ 230 beziehungsweise 400 Volt umgewandelt.

Phase, Nulleiter, Erde – so kennt man den Strom, der aus der Steckdose kommt. Erst in den sogenannten Ortsverteilungen wird er in diesem Zustand transformiert. Die weiße Schicht auf den Kabeln dient dem Brandschutz.

Solch ein Ortsnetztrafo mit der dazugehörigen Schaltanlage steht auch im Umspannwerk selbst – er versorgt einige Häuser in der Nachbarschaft, aber auch das Umspannwerk selbst. Dort braucht man 230 Volt und Drehstrom nicht nur für Licht und Heizung, sondern auch für den Betrieb der gesamten Schalttechnik. Wie sicher ist die Stromversorgung? Die Frage drängt sich auf, nachdem es in der vergangenen Woche nach einem Brand eines Umspannwerkes in Alsdorf bei Aachen zu erheblichen Problemen mit der dortigen Stromversorgung kam.

Schäden sind die Ausnahme

Solche Schäden seien die absolute Ausnahme, in Deutschland sei die Stromversorgung so stabil wie in kaum einem anderen Land, versichert Enervie-Pressesprecher Andreas Köster und Björn Rostek, der Projektleiter des Umbaus, zeigt am Beispiel Kleff, was alles getan wurde, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten: Alles ist mindestens doppelt vorhanden und abgesichert: Es kommen zwei Hochspannungsleitungen an, zwei Trafos stehen zur Verfügung – jeder schafft 40 MVA und damit das doppelte dessen, was in Altena im Durchschnitt gebraucht wird. Zwischen den beiden Trafos steht eine massive Brandmauer, sodass ein Feuer nicht ohne Weiteres übergreifen kann.

Hier erfolgt die Verteilung an die einzelnen Ortsstationen nicht nur in Altena, sondern auch in Nachrodt und Ihmert. Früher wurde für diese Anlage deutlich mehr Platz benötigt. Das führt jetzt dazu, dass im Umspannwerk große Flächen leerstehen.

Fein säuberlich wurde beim Umbau an jeder Leitungsdurchführung dokumentiert, dass dort Abschottungen angebracht wurden, die verhindern, dass Feuer sich dadurch einen Weg ins nächste Stockwerk bahnen kann. Mächtige Stromverteilungsschienen, Leitungsschalter – alles ist so konzipiert, dass das Umspannwerk sozusagen „geteilt“ erden kann, wenn Wartungsarbeiten anstehen oder etwas repariert werden muss. Das Umspannwerk braucht selber eine Menge „normalen“ Strom. Den bekommt es im Normalfall von seinem eigenen Ortsnetztrafo. Fällt der aus, so kann umgeschaltet werden auf eine andere Station, die nicht Umspannwerk Altena, sondern von dem in Elverlingsen versorgt wird. Klappt auch das nicht, stehen dutzende von Batterien für eine Notstromversorgung zur Verfügung.

Der Normalfall

Im Normalfall ist die Anlage menschenleer. Gesteuert wird das Umspannwerk Altena wie die anderen 26 von Enervie auch von der Enervie- Leitwarte in Garenfeld bei Hohenlimburg. Von dort aus kann auch auf Störungen reagiert werden. Nur bei größeren Zwischenfällen kommen Enervie-Mitarbeiter zum Kleff, wo sie in einer eigenen, natürlich auch runderneuerten Leitwarte genau sehen, was im Umspannwerk gerade wo passiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare