Unfallgefahr minimal - alles Gewöhnungssache

Wenn das Lenkrad rechts im Auto ist

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Alexander Goniwiecha steuert einen Rechtslenker. Den grasgrünen VW Bora hat er in England gekauft und persönlich abgeholt. Sohn Pascal (8) sitzt gerne links vorn und zieht damit schon oft erstaunte Blicke auf sich.

Altena - „Manchmal gucken Passanten zwei Mal hin“, sagt Alexander Goniwiecha und muss lachen. „Sie denken, so ein Junge darf doch noch gar nicht Auto fahren...“ – Sohn Pascal (8) kann sich auch ein Grinsen nicht verkneifen. Er sitzt gerne vorne – aber auf der für uns „falschen“ Seite, nämlich links.

Von Johannes Bonnekoh 

Alexander Goniwiecha wurde durch einen Arbeitskollegen auf die Möglichkeit, sich in England „sein“ Traumauto realativ preiswert zu kaufen, aufmerksam. Einziger Haken oder Pferdefuß: Dort fährt man bekanntlich auf der linken Straßenseite, Autos haben auf der Insel deshalb einen Rechtslenker wie es offiziell heißt.

Der 37-jährige Altenaer surfte ein bisschen im Internet und fand dann ein Auto, das ihn interessierte. „Es sollte schon ein VW sein“, sagt er und stieß auf einen VW Bora. „Der hatte einfach alles. Inclusive einer sehr, sehr edlen Holzausstattung.“

Goniwiecha nahm Kontakt mit dem Verkäufer aus, buchte einen Flug nach Manachster und nach einer Probefahrt mit dem Automatic-Auto stand für den Burgstädter fest: „Ja, das ist mein neues Auto.“

Gut, neu ist es nicht mit fast 12 Autojahren auf dem Buckel. „Aber anders als hier bei uns müssen die Autos in England jedes Jahr zum Tüv. Mein Auto verfügt sogar über ein lückenlos geführtes Scheckheft. Was will man mehr?“, sagt es und lässt einmal den Motor an.

Der springt problemlos an und schnurrt wie ein Kätzchen. „150 PS und 2,3 Liter, da geht das Auto schon ganz schön ab“, sagt der Familienvater.

Er habe sich natürlich erst auf die andere Fahrerseite einstellen müssen, das gibt er unumwunden zu. „Aber nach der Überführung über Frankreich, durch Belgien und Holland hatte ich den Bogen raus.“ Jeder, der einigermaßen verantwortungsvoll fahre, könne das ebenso machen, meint der Altenaer.

Er ist mit seinem Gebracht-Bora „erst so richtig auf den Geschmack gekommen. Ich denke, das war nicht das letzte Rechtslenker-Auto“, sagt er. Denn noch einmal müsse man bedenken: Bis auf kleine Umbauten, der Tüv verlangte von ihm nur zwei neue Scheinwerfer, habe es mit der Zulassung in Deutschland überhaupt keine Probleme gegeben. Und der Preis sei einfach so einmalig günstig gewesen, „da konnte ich nicht widerstehen.“

Dass er einmal ein Auto in Pfund bezahlen würde, hätte er nicht gedacht, scherzt Goniwiecha. „Aber so was kann man ja vorbereiten, das ist überhaupt kein Problem.“

Knapp 100 000 Kilometer hat sein grasgrüner Bora jetzt auf dem Tacho. „Ich muss immer noch ein bisschen umrechnen“, sagt der Autofahrer aus dem Lennetal. „Denn mein Auto“, er hat seine Initialen am Nummernschild anbringen lassen, „zeigt alles noch im Meilen-Modus an.“

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