Viele Male umorganisieren wegen Corona

Vom Albtraum zum Happy End: Paar erlebt turbulente Zeit bis zum Ja-Wort

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An den Lenneterrassen feierten Karin und Thomas Plaska ihre standesamtliche Hochzeit. Die kirchliche Trauung haben sie wegen Corona um ein Jahr verschoben.

Altena - Als den schönsten Tag in ihrem Leben hat sich Karin Plaska ihren Hochzeitstag vorgestellt – in einem weißen pompösen Kleid, mit einer kirchlichen Trauung und vielen Gästen, vor allem auch mit ihrer Familie aus Polen. Doch dann hat die Corona-Pandemie diese Pläne komplett durcheinandergebracht.

Als Thomas Plaska seiner Freundin im Dezember 2018 einen Heiratsantrag machte, war diese sofort Feuer und Flamme. „Ich wollte am liebsten schon im darauf folgenden Juli heiraten“, erzählt Karin Plaska. Doch sie musste einsehen, dass ein halbes Jahr Vorbereitungszeit zu knapp war.

Da eine Hochzeit im Winter nicht in Frage kam, entschied sich das Paar für den 26. Juni 2020 als Termin für die standesamtliche Trauung. Eine Woche später sollte die kirchliche Hochzeit folgen. „Ich wollte sowieso schon nicht so lange warten und dann kam Corona“, sagt die 29-Jährige. Die Dahlerin ist froh, dass niemand in ihrem Familien- und Bekanntenkreis an Covid-19 erkrankt ist. Das ist das Wichtigste. Doch die Umplanungen empfand das Paar als sehr anstrengend und häufig frustrierend.

Durch einen Zufall erfuhren Braut und Bräutigam im März, dass die kirchliche Trauung abgesagt werden muss. „Wir haben den Pater zufällig getroffen und im Gespräch sagte er, dass die Trauung nicht stattfinden kann und die Kirche wegen Corona geschlossen wird“, erzählt sie vom ersten Dämpfer.

Keine Feier, keine Gäste beim Standesamt

Und auch die standesamtliche Trauung war nicht möglich wie erhofft. Nach der Zeremonie sollte eigentlich in kleiner Runde eine Gartenparty stattfinden. „Wir hatten alles geplant, ich hatte bereits alle Utensilien besorgt“, sagt Karin Plaska. Die Coronaregeln machten jedoch auch diese Feier unmöglich. „Wir haben jede Woche beim Ordnungsamt angerufen, um einen Plan B zu organisieren“, sagt die Braut.

Und dann kam auch noch die Nachricht, dass nur das Brautpaar im Standesamt bei der Trauung anwesend sein darf. „An diesem Punkt haben wir dann überlegt, ob wir überhaupt noch heiraten sollen oder es einfach komplett ausfallen lassen. Aber wir hatten nicht den Mut abzusagen. Schließlich haben wir uns auch darauf gefreut, endlich eine Familie zu sein“, erklärt Karin Plaska.

Abzuwarten, ob eine kirchliche Trauung im Sommer wieder erlaubt ist, war nicht möglich. „Wir mussten uns vorher entscheiden, ob wir die Hochzeit um ein Jahr verschieben. Wir wussten zum einen nicht, ob unsere Gäste aus Polen kommen könnten, und zum anderen musste schließlich auch alles andere geplant werden, zum Beispiel mit dem Veranstalter und der Band. Wir haben bei der Kirche angefragt, ob der Termin am 26. Juni 2021 noch frei wäre und daraufhin umgeplant“, schildert Karin Plaska die Wochen der Unsicherheit. Ein neuer Termin schien gefunden.

Doppelbelegung in der Kirche

Alle Beteiligten stimmten der Verschiebung zu, Location und Band merkten aber an, „sofern wir dann noch da sind.“ Denn für ihre Branchen bedeutet die Pandemie eine harte Zeit. Der eigentliche Dämpfer kam jedoch erst noch: Mitte Juni kontaktierte die katholische Kirche das Paar und erklärte ihnen, dass es für den 26. Juni 2021 in der Kirche in Werdohl, die sich die beiden ausgesucht hatten, eine Doppelbelegung gebe. „Ich hab mich gefragt. Warum müssen wir nur so viel Pech haben?“, sagt die 29-Jährige.

An der standesamtlichen Trauung am 26. Juni dieses Jahres wollte das Paar aus Dahle jedoch festhalten. Und so langsam zeigten sich auch wieder Lichtblicke am Horizont. Zwölf Personen inklusive Brautpaar waren mittlerweile wieder im Standesamt erlaubt. Mit der Lenneterrasse, die das Café Nostalgie bewirtet, hatten Karin und Thomas Plaska einen sonnigen Ort gefunden, an dem sie nach der Trauung in kleiner Runde feiern konnten. „Ich habe mir viele Sorgen gemacht, aber im Nachhinein war es genau richtig, viel schöner als ich vorher gedacht habe“, sagt die Braut. Nach Kaffee und Kuchen an der Lennepromenade wurde im Haus Mayweg noch weiter gefeiert.

Mittlerweile haben Karin und Thomas Plaska auch eine Lösung für die kirchliche Trauung gefunden: Diese soll nun an ihrem Wunschtermin – dem 26. Juni 2021, also genau ein Jahr nach dem standesamtlichen Datum – in Dahle stattfinden. Und eine weitere gute Nachricht konnte das Paar ebenfalls verkünden: Es erwartet im kommenden Jahr Nachwuchs.

Hier geht es zum Corona-Liveticker im Märkischen Kreis.

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