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Alarm im Morgengrauen: Warum die Sirenen in Altena ständig heulen

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Von: Thomas Bender

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Fehlalarm Commerzbank
Im frühen Morgengrauen heulten die Sirenen in Altena. Schuld war ein Geldautomat. © Thomas Bender

In aller Herrgottsfrühe wurden die Altenaer durch Alarm geweckt: Die Sirenen heulten und riefen die Feuerwehr. In anderen Kommunen im MK werden Anwohner nicht so unsanft geweckt, doch in Altena wird es vorerst so bleiben.

Altena – Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr rief am Donnerstagmorgen (17. Juni) ein Geldautomat im Vorraum der Commerzbank-Filiale an der Kirchstraße die Feuerwehr auf den Plan. In dem Gerät befindet sich eine Nebelmaschine, die eigentlich nur dann auslösen soll, wenn sich jemand mit Gewalt an dem Gerät zu schaffen macht. Dafür gab es aber auch diesmal keinerlei Anzeichen.

Der dichte Nebel im Schalterraum wurde von Passanten als Rauch interpretiert, sie wählten deshalb den Notruf. Wie schon im Februar. Der Disponent in der Kreisleitstelle tat, was ihm die Alarm- und Ausrückordnung der Altenaer Feuerwehr für den Fall eines Feuers in Wohngebäuden vorschreibt: Er löste Sirenenalarm für den zuständigen Löschzug Stadtmitte aus.

Kreisleitstelle drückt Knopf, Sirenen schrillen

Um 5 Uhr morgens so unsanft geweckt zu werden, das gefällt längst nicht jedem. „Ich verstehe ja, wenn sich Leute dadurch gestört fühlen“, sagt Alexander Grass, der Leiter der Altenaer Feuerwehr. Dennoch hält er bei Einsatzlagen wie diesen die Alarmierung der Kräfte auch per Sirene vorerst noch für unverzichtbar. Deshalb sei die Leitstelle nach wie vor angewiesen, immer dann, wenn ein ganzer Löschzug gebraucht werde, aufs Knöpfchen für die Sirenen zu drücken.

In anderen Städten ist das anders: Da werden die Freiwilligen der Feuerwehr in aller Regel über Funkmeldempfänger alarmiert. Die haben auch die Retter in Altena. Allein darauf mag Grass sich aber nicht verlassen: Es gebe im Stadtgbiet immer noch Funklöcher, in denen die Melder keinen Empfang hätten, argumentiert er. Außerdem komme das Signal für die Sirenen oft deutlich schneller an als das für die Melder, erklärt der Wehrführer. Grass: „Manchmal macht das 20 Sekunden aus.“

Fehlalarm: Wer zahlt‘s?

Wenn die Feuerwehr wegen eines Fehlalarms ausrückt, kann sie dafür unter Umständen Rechnungen schreiben. Empfänger wäre in diesem Fall die Commerzbank als Besitzerin des nicht einwandfrei arbeitenden Geldautomaten und nicht der Anrufer, der ja in gutem Glauben gehandelt hat.

Allerdings sind dem Ordnungsamt vorerst noch die Hände gebunden. Die städtische Satzung, in der die Kostensätze für die Feuerwehr festgelegt sind, sei nicht gerichtsfest und müsse überarbeitet werden, sagt Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler auf Anfrage.

Holzkohlegrill: Immer wieder Alarm im Imbiss

Abzuwarten bleibt, ob dann auch jener Imbiss an der Bahnhofstraße zur Kasse gebeten werden kann, wegen dem es schon mehrfach zu Sirenalarmierungen kam. In dem Lokal wird ein Holzkohlegrill betrieben. Der und die dazugehörige Abluftanlage sind zwar vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgenommen worden, trotzdem kommt es dort immer mal wieder zu erheblicher Rauchbildung, die dann zur Alarmierung der Feuerwehr führt.

Er werde jetzt den Bezirksschornsteinfeger darum bitten, sich die Anlage erneut anzuschauen, versprach Andreas Kisker, der zukünftige Abteilungsleiter Planen und Bauen in der Altenaer Stadtverwaltung.

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