Winter-Hotspot im MK

Akute Gefahr: Eisbrocken stürzen auf Wanderwege

Die beiden Windräder der Stadtwerke erzeugen mehr Strom als erwartet.
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Zwei Windräder stehen schon. Von einem stürzen Eisbrocken auf einen Wanderweg.

Eisbrocken werden zum gefährlichen Geschoss: Mehrere große Brocken sind von Windrädern auf Wanderwege an einem beliebten Winter-Hotspot im MK gestürzt.

Eisbrocken als Gefahr: Bilder und Videos, die dem Dahler Ortsvorsteher Helmar Roder jetzt von Bernhard Tönnesmann zugeschickt wurden, zeigen: Die Gefahr ist real. Auf einem frei zugänglichen Weg, der an einem der zwei bereits fertig gestelltem Windräder auf dem Kohlberg entlang führt, liegt eine erhebliche Anzahl von Eisbrocken.

„Wenn die einen erwischen, hat man ein Loch im Kopf“, kommentiert Tönnesmann die Situation. Erkennbar ist, dass die Eisplatten mehrere Kilo schwer gewesen sind, als sie sich in teils mehr als 150 Metern Höhe von den Flügeln des Windrades gelöst haben. Sie liegen auf einer Länge von 20 bis 30 Metern auf einem viel begangenen Wanderweg.

Ordnungsamt zum Handeln aufgefordert

„Damit hat uns wieder einmal die SL Windenergie belogen, die dieses Problem klein geredet hat“, schimpft der Dahler Ortsvorsteher Helmar Roder. „Ich möchte mir nicht ausmalen, wie weit die Eis-Schollen fliegen würden, wenn die Windräder in Betrieb wären.“ Hier gibt es ein Video von den Eis-Schollen am Wanderweg.

Grundsätzlich ist es möglich, Windräder zu beheizen. Dies soll nach Informationen von Arbeitern vor Ort bei den Anlagen auf dem Kohlberg passieren, wenn diese in Betrieb gehen sollten. Derzeit sind die Anlagen nicht mit einer Heizung ausgestattet.

Eisbrocken auf dem Weg am Windrad.

Roder hat das Material deshalb umgehend an Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler weitergeleitet. „Bitte sprechen Sie mit den Kollegen aus Neuenrade, das an den Stellen dringend abgesperrt werden muss“, schreibt er ihr. Nicht nur, aber vor allem in Dahle regt sich massiver Widerstand gegen die Windräder vor der Haustür.

Mit der Gefahr, die im Winter von Windenergieanlagen ausgehen können, beschäftigen sich Windenergie-Experten des Tüv. Sie fertigen regelmäßig entsprechende Risikobeurteilungen an. Diese sind Teil jedes Genehmigungsverfahrens. „In diese Risikobeurteilung fließen unter anderem die Wetterbedingungen am Standort ein und welche Schutzobjekte wie Straßen, Betriebsgelände oder ähnliches sich in der Nähe befinden“, sagt der Tüv. Er berechnet und simuliert, wie viele Eisobjekte sich an den Rotorblättern bilden und wohin diese im schlimmsten Fall fliegen würden.

Tüv: Gefahr minimieren

Kommen die Fachleute zu dem Ergebnis, dass von der geplanten Windenergieanlage ein erhöhtes Risiko ausgehen würde, empfehlen sie verschiedene Maßnahmen, um dieses zu minimieren. So kann es auch sein, dass für den gefährdeten Bereich Warnschilder aufgestellt werden müssen.

Eine Abschaltautomatik soll die Windräder anhalten, wenn sich an den Flügeln zu viel Eis gebildet hat. So soll verhindert werden, dass Eisbrocken hunderte Meter weit fliegen. Eisabwurf nennt das der Fachmann. Die Bilder vom Kohlberg zeigen Eisabfall, der bei stehenden Anlagen vorkommt: „Wenn sich Eis von der Anlage löst, ist dies mit einem gewissen Risiko für Mensch und Umgebung verbunden“, schreibt der Tüv.

Wanderwege direkt an Windrädern

Ein Blick auf den Wanderweg am Kohlberg verdeutlicht das in drastischer Art und Weise. „Daher sollte man sich nie direkt unter einer Anlage aufhalten, sondern sich nur auf den dafür vorgesehenen Flächen wie Wander- oder Feldwegen bewegen und gegebenenfalls vorhandene Warnhinweise berücksichtigen“, empfiehlt der Tüv. Dumm nur, dass auf dem Kohlberg Wanderwege direkt an den Windrädern vorbeiführen.

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