Zwei Rollen Klopapier

Aktueller Bericht zur Flüchtlingssituation in Altena

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Anette Wesemann (stehend) arbeitet bei der Stadtverwaltung und ist dort eine Art Bindeglied zwischen haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern. Die arbeiten intensiv und gut zusammen, was eine tragende Säule für die Flüchtlingsarbeit in Altena ist.

Altena - „Danke“ hat am Ende keiner gesagt – dabei hatte sich Fachbereichsleiter Uwe Krischer mit einem Bericht zur Flüchtlingssituation viel Mühe gemacht und den Mitgliedern des Sozialausschusses durchaus auch Neues berichtet.

Zum Beispiel das Café nur für Frauen – es wurde eingerichtet, um weibliche Flüchtlinge besser ansprechen zu können. Dort werde mit ihnen über den in Deutschland geltenden Grundsatz der Gleichberechtigung geredet, erklärte Krischer. Außerdem versuchen Helferinnen des Stellwerks dort auch, ihnen zu vermitteln, dass auch sie an Sprachkursen teilnehmen sollten. 

"Altenaer Modell"

Auch mit eher negativen Neuigkeiten hielt Krischer nicht hinter dem Berg. Mit Sprachkursen, Ein-Euro-Jobs beim Bauhof und Betriebserkundungen in Industrie und Handwerk wird bekanntlich versucht, die berufliche Eingliederung von Flüchtlingen zu forcieren – als „Altenaer Modell“ ist dieser Stufenplan inzwischen sogar bei der Landesregierung bekannt. 

„Aber das klappt nicht so gut, wie wir uns das erhofft hatten“, gab Krischer zu. Für die Betriebserkundungen reichten vielfach die Sprachkenntnisse einfach noch nicht aus. Nach wie vor basiert die Flüchtlingsarbeit auf einem engen Miteinander von haupt- und ehrenamtlichen Kräften. 

Man müsse jetzt auch den „Kümmerern“ und allen anderen, die sich in ihrer Freizeit engagieren, zur Seite stehen, sagte der Fachbereichsleiter – „die werden oft mit schlimmen Fluchtgeschichten konfrontiert“. Deshalb wird ihnen jetzt die Möglichkeit der Supervision geboten. Das ist eine besondere Form von Betreuung und Beratung insbesondere für Mitarbeiter im psychosozialen Bereich. 

250 Flüchtlinge mit "Bleibeperspektive"

Krischer lieferte dem Ausschuss auch Zahlen: 301 Flüchtlinge leben derzeit in Altena, erst bei 26 ist das Asylverfahren bereits abgeschlossen. Etwa 250 haben eine „Bleibeperspektive“, sie kommen also aus Ländern, deren Bewohnern in der Regel Asyl gewährt wird oder die als Flüchtlinge geduldet werden. 

Altenas Flüchtlinge kommen aus insgesamt 18 Herkunftsländern. 64 Wohnungen hat die Stadt für die Unterbringung angemietet und dabei die Erfahrung gemacht, dass sich auch die Nachbarn oft engagiert um die Flüchtlinge kümmern. Zwar gebe es schon mal Konflikte („zum Beispiel wegen der Kehrwoche“), die ließen sich aber im Normalfall schnell ausräumen. 

Gewappnet falls neue Flüchtlinge nach Altena kommen

Weil jetzt Sammelunterkünfte (ZUE) des Landes geschlossen würden, würden Neuankömmlinge zurzeit vor allem Städten wie Hemer zugewiesen, in denen diese ZUE betrieben wurden – sie mussten bisher keine oder nur sehr wenige Flüchtlinge aufnehmen. „Wir sind aber gewappnet“, versicherte Krischer – sollten neue Flüchtlinge nach Altena kommen, könnten sofort weitere Wohnungen angemietet werden. 

Auch neue „Willkommenspakete“ könnten im Handumdrehen gepackt werden. Darin befindet sich alles, was in den ersten Stunden in der neuen Wohnung unbedingt gebraucht werde, zum Beispiel Geschirr, Töpfe und nicht zuletzt zwei Rollen Klopapier. Wie gesagt: Die Politiker nahmen den Vortrag kommentarlos zur Kenntnis...

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