Rolle rückwärts in Altena

Turngeräte kommen doch nicht auf den Müll

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Wirklich schlecht waren die Langbänke nicht, die die Stadt zum Sperrmüll gab. Auch anderes Inventar der Turnhalle hatte durchaus noch einen Wert.

[UPDATE 9 Uhr] ALTENA ▪ „Die Sachen sehen doch noch aus wie neu.“ Werner Thiele, ehemaliger Ortsvorsteher der Rahmede, traute am Dienstag seinen Augen nicht, als Mitarbeiter des Bauhofs die Turnhalle Zum Hohle „entrümpelten“. Am Mittwoch sollte die Sperrmüllabfuhr anrollen - aber tat es doch nicht.

Aktuell gibt es für die Müllabfuhr in Zum Hohle nicht mehr viel zu tun. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, der während einer Dienstreise nach Berlin von dem Vorfall erfuhr, ordnete am späten Dienstagnachmittag umgehend "Kommando zurück" an. Der Bauhof rückte deshalb ein zweites Mal aus, um alle noch brauchbaren Geräte sicherzustellen. Was jetzt damit passiert, will Hollstein am Mittwoch bekannt geben.

 Bekanntlich hat die Stadt die Turnhalle vor einigen Monaten verkauft, jetzt steht die Übergabe an. Vorher muss, so steht es im Vertrag, ausgeräumt werden. Und so wanderten Seitpferde, Turnkästen, Sprungmatten und vieles mehr an den Straßenrand. „Die Stadt hat wohl zu viel Geld“, wunderte sich da nicht nur Thiele.

Das dementiert natürlich der Kämmerer, und zwar energisch. Stefan Kemper schilderte am Dienstag in seiner Eigenschaft als Vertreter des Verwaltungschefs, dass das Inventar der Halle vor zwei Jahren vom zuständigen Bereichsleiter Rüdiger Schwerdt und dem damaligen Sportbeauftragten Klaus Hoffmann gesichtet worden sei. Das sei vor der Übergabe an den Rahmeder Turnverein geschehen. „Was noch gut war, ist auf die anderen Hallen verteilt worden“, schilderte Kemper das damalige Verfahren. Allerdings: Wirklich schlecht war das, was dablieb und nun an den Straßenrand wanderte, nun auch nicht. Bei Ebay werden jedenfalls für Seitpferde in vergleichbarem Zustand noch mehrere hundert Euro verlangt. Allein fünf teils gut erhaltene Turnbänke flogen zunächst auf den Müll – neu kostet ein solches Gerät um die 400 Euro.

Dass es sich um eine Nacht- und Nebel-Aktion handelte zeigt auch die Tatsache, dass es die Stadt versäumt hat, die Geräte im Vorfeld Sportvereinen oder anderen gemeinnützigen Einrichtungen anzubieten – in anderen Kommunen ist das in solchen Fällen durchaus üblich. Dass es bei Altenas Sportlern durchaus Bedarf an den entsorgten Geräten gab, zeigte ein Anruf in unserer Redaktion: Lydia Machelett, Übungsleiterin im Reitverein, war durch Zufall auf den „Sperrmüll“ aufmerksam geworden. Ihr Interesse galt einer Matte – „sowas kostet neu 800 Euro“. Allerdings gelang es ihr nicht, im Rathaus jemanden zu finden, der ihr das Teil überlassen konnte... ▪ ben.-

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