Ärgernis Ölspuren: Stadt bleibt auf fünfstelliger Summe sitzen

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44 Ölspuren gab es 2019 in Altena

Altena – 44 Ölspuren gab es 2019 auf Altenas Straßen. Wird der Verursacher nicht gefunden, muss die Stadt zahlen. Dabei kommt eine ordentliche Summe zusammen. 

Öl auf der Fahrbahn – das kommt auf den Straßen Altenas immer wieder vor. Je mehr Verkehr durch die Stadt fließt, desto höher ist das Risiko für Ölspuren. „Altena liegt sehr zentral. Dadurch gibt es viel Durchgangsverkehr“, sagt Patrick Slatosch, Sprecher der Feuerwehr Altena. Zudem beliefern zahlreiche Laster die Firmen in der Burgstadt. 

Wie oft aber muss die Feuerwehr tatsächlich ausrücken? Was kostet das Ganze – und wer bezahlt es? Wir geben einen Überblick. 

Wie häufig gibt es Ölspur-Alarm in Altena? 

2019 musste die Feuerwehr in Altena 44 mal wegen verunreinigter Straßen ausrücken und auslaufendes Öl oder andere Betriebsstoffe abstreuen. 

Gibt es Schwerpunkte in der Stadt? 

Die meisten Einsätze für die Feuerwehr gab es im vergangenen Jahr an der Rahmedestraße im Bereich der Einmündung Hemecker Weg. Dort fahren viele Lkw, um die großen Firmen an der Rahmedestraße anzusteuern. 

Der zweite Knotenpunkt lag 2019 an der Nettestraße. Auch hier gibt es viele Industrieunternehmen. 31 von 44 Ölunfällen ereigneten sich an Werktagen, fast alle in der üblichen Arbeitszeit, nämlich zwischen 7 und 17 Uhr. 

Slatosch betont: Man könne zwar nicht sagen, dass Müllfahrzeuge oder Busse häufiger Ölspuren verursachen als Autos. Doch bei großen Fahrzeugen sei der Verursacher öfter und einfacher festzustellen. Denn gerade Busse und Müllfahrzeuge haben eine feste Route, die gut nachzuverfolgen ist. 

Wer macht die Straße sauber? 

Das Ordnungsamt ist generell für öffentliche Flächen verantwortlich. Ob die Feuerwehr alarmiert wird, hängt davon ab, welche Gefahr von dem Öl ausgeht und wie groß die verunreinigte Fläche ist. 

Und wie geht das praktisch? 

„Läuft ein parkendes Auto aus, dann streuen wir Bindemittel aus, um die weitere Ausbreitung der Öllache zu verhindern. Das ist in der Regel schnell erledigt“, sagt Slatosch. Bindemittel saugt das Öl auf, kann dann im Anschluss aufgefegt und entsorgt werden. Verliert ein Auto während der Fahrt Öl, wird es komplizierter. 

Die Schwerpunkte der Ölspuren im vergangenen Jahr.

Es muss rekonstruiert werden, wo das defekte Fahrzeug entlang gefahren ist. Die Feuerwehr wird dann meist alarmiert, um die Straße zu sichern. Ein Ölfilm kann schnell zur Gefahr werden. Die Straße wird rutschig. Bremsen und Lenken sind schlimmstenfalls nicht mehr möglich. Gerade für Zweiradfahrer kann das zur Todesfalle werden. 

Gibt es Spezialisten für besonders schwere Fälle? 

Ja. Bei langen Ölspuren arbeiten Ordnungsamt und Feuerwehr mit einem externen Reinigungsunternehmen zusammen. „Die Spezialfahrzeuge können die Straße schneller und gründlicher reinigen, als es mit dem Bindemittel möglich ist“, sagt Slatosch. 

Gesäubert wird die Straße mit einer heißen Flüssigkeit, die das Öl aus der Fahrbahn lösen soll. „Die ist wie Spüli“, erklärt der Feuerwehrsprecher. Nachdem die Flüssigkeit mit Druck auf die Fahrbahn gesprüht wurde, wird sie im selben Arbeitsgang von dem Fahrzeug wieder aufgesaugt. Bei einer solchen Reinigung ist die Feuerwehr meist vor Ort, um die Straße abzusichern.

Im Schnitt sind bei einem Öleinsatz in Altena vier hauptamtliche Feuerwehrmänner im Einsatz. Je nach Fall werden sie von der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. 

Wer muss für den Einsatz zahlen? 

Für die Reinigung ist der Verursacher der Verschmutzung verantwortlich. Die Beseitigung von Ölspuren kostet in Altena im Schnitt zwischen 1500 und 2500 Euro pro Einsatz, sagt Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler. 

Und wenn der Verursacher nicht gefunden wird? 

Dann trägt die Allgemeinheit die Kosten. Entscheidend ist, wer Baulastträger einer Straße ist. Bei einer Landstraße ist es der Landesbetrieb Straßen.NRW. 

Ist die Stadt Baulastträger, trägt sie die Kosten. 2019 gab es neun Ölspuren, deren Verursacher nicht ausfindig gemacht werden konnte. Der Stadt ist dadurch ein Schaden von rund 15 000 Euro entstanden, sagt Anweiler. 

Die Ordnungsamtsleiterin führt das unter anderem auf die knappe Personalsituation zurück, die noch bis vor Kurzem im Rathaus herrschte. Nun hat das Ordnungsamt eine Mitarbeiterin mehr. Anweiler ist optimistisch, dass deshalb in Zukunft stärker nach Verursachern gesucht werden kann. 

Gar nicht selten komme es auch vor, dass sich Autofahrer selbst telefonisch beim Ordnungsamt melden, um mitzuteilen, dass sie eine Ölspur verursacht haben. Eine Versicherung gegen solche Schäden gibt es für die Stadt nicht. 

Habe ich als Verursacher auch eine Strafe zu befürchten? 

Das Verschmutzen von Verkehrsflächen stellt auch eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Strafe von bis zu 500 Euro belegt werden kann. Das Ordnungsamt sieht davon aber in der Regel ab. Anweiler: „Wenn ein Autofahrer die Rechnung für die Reinigung erhält, ist er mit den 1500 Euro in der Regel schon bedient genug.“ 

Wann hilft die Versicherung?

 Einreichen kann man die Rechnung auch bei der Kfz-Haftpflichtversicherung. Ölspuren sind abgesichert, sagt Heinrich Hojda, freier Versicherungsmakler aus Altena. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass der Versicherte unter Umständen in den Prozenten steigt, also im Anschluss eine höhere Versicherungsgebühr zahlen muss.

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