Ärger am Kohlberg: Motorradfreunde wollen Biker und Bewohner zusammenbringen

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Es geht um Lärm und Gefahren: Motorradfahrer auf der Strecke über den Kohlberg sorgen für Verdruss unter den Dahlern – und für vermehrte Einsätze der Polizei.

Altena – Rasende Biker ärgern die Dahler seit Jahren. Nun setzen die Motorradfreunde Sauerland auf Dialog - und eine Kampagne mit knackigem Namen.

Die Motorradfreunde Sauerland wollen ihr Engagement entlang der Kohlbergstrecke L 698 fortsetzen und auf ein Miteinander von Anwohnern und Bikern setzen. Das kündigt der Vorsitzende Uwe Hoh an. 

Er war kürzlich zu einem Gesprächstermin mit dem verkehrspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Bodo Middeldorf, im Landtag verabredet. Dabei nutzte Hoh die Gelegenheit, die Kampagne „Leis ist kein Scheiß“ vorzustellen.

Gegen Streckensperrung

 „Ich habe gesagt, wer wir sind und wie wir arbeiten wollen“, berichtet Uwe Hoh über seinen Besuch in Düsseldorfer. Und man habe auch schon einen konkreten Termin vereinbart, bei dem die Probleme vor Ort auf den Tisch kommen sollen. 

Anwohner in Dahle kritisieren seit Jahren, dass Motorradfahrer durch den Ort rasen – manchmal auf frisierten und sehr lauten Maschinen. 

Die Motorradfreunde sprechen sich gegen Streckensperrungen oder Wochenend-Fahrverbote aus. „Temporäre Verbote oder Streckensperrungen bringen uns nicht weiter, sie verlagern die Probleme nur“, gibt sich Hoh, von Beruf Fahrlehrer in Evingsen, überzeugt. 

Gesetzliche Regeln reichen

Es sei wichtig, etwas mit den Motorradfahrern gemeinsam auf den Weg zu bringen und nicht gegen sie. „Die Lärmminderung muss letztlich aus der Motorradszene kommen“, sagt Hoh. Sein Vorstandskollege Ulrich Schorner, von Beruf Rechtsanwalt, hatte ihm bei einem Ortstermin auf dem Kohlberg beigepflichtet: „Es sind zwei Prozent Unvernünftige, die die anderen 98 Prozent in Verruf bringen.“ 

Schorner und Hoh sind sicher, dass es genügend gesetzliche Regelungen gegen Lärmbelastung oder zu hohes Tempo gibt – sie müssten nur angewendet werden. „Dazu ist natürlich Personal erforderlich. Das würde bedeuten, die Polizei zu stärken“, sagt Hoh. 

„Leis ist kein Scheiss!“ heißt die Initiative, die Uwe Hoh (r.) von den Motorradfreunden Sauerland im Landtag Bodo Middeldorf (MdL), verkehrspolitischer Sprecher der FDP, vorstellte.

Der FDP-Abgeordnete Middeldorf hatte sich beim Gespräch mit den Motorradfreunden für Lärmdisplays ausgesprochen. Das sind Geräte ähnlich den stationären Geschwindigkeitsmessgeräten. Sie waren bis vor kurzem in Dahle und Evingsen im Einsatz, doch zeigen sie nicht das gefahrene Tempo, sondern den emittierten Lärm an. Damit habe man in Bayern bereits gute Erfahrungen gemacht. 

Forum im August für alle

Einen weiteren Schritt unternehmen die Motorradfreunde nun am 21. August. Dann soll in den „Tiroler Stub’n“ auf der Kohlberghöhe – also in Sichtweite der Landstraße 698 – „ein Forum zum Dialog“ angeboten werden, wie Uwe Hoh es beschreibt. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP wird auch kommen. Andere Teilnehmer aus der Politik sollen ebenfalls mit ins Boot genommen werden. Auch Dahles Ortsvorsteher Helmar Roder und der CDU-Landratskandidat Marco Voge sind dabei. 

"Muss was passieren"

Besonders wichtig ist es den Motorradfreunden, dass auch Dahler Bürger zum Dialog kommen. Schließlich sind sie diejenigen, die vom Lärm am meisten betroffen sind. „Uns schwebt so etwas wie eine Streckenpatenschaft vor“, sagt Hoh. Diese Idee muss aber noch mit Leben gefüllt werden. 

Vom Dahler Ortsvorsteher gibt es schon Lob für die Motorradfreunde. „Ich finde es klasse, dass sie die Initiative übernommen haben.“ Er stellt klar: „Es muss etwas passieren."

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