Abriss des Berufskollegs: Alte Schule wird ausgeweidet

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Der Estrich ist raus: Polier Michail Anastasiou und Architektin Ilona Gruß vom Gebäudemanagement des Märkischen Kreises schauen sich einen Raum des 35 Meter langen Zwischentraktes an.

Altena – Leuchten, Heizungen, Böden: Alles muss raus aus dem Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg. Die Arbeiten für den Abriss laufen auf Hochtouren.

Hier paukten einst angehende Kaufleute und Wirtschaftsgymnasiasten: Jetzt sieht es aus, als hätte hier eine grimmige Schlacht stattgefunden. In den gemauerten Wänden zur Bismarckstraße klaffen große Löcher, riesige Teile der dicken Verglasung in den Treppenhäusern fehlen. Das erleichtert das Herausschaffen von Schutt. 

Der Abriss des ehemaligen Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs hat begonnen. Mitarbeiter der Firma Ranft aus Hagen sind dabei, das Gebäude zu entkernen. Das bedeutet, dass im Grunde alles, was nicht niet- und nagelfest ist, herausgelöst wird. 

Alles wird per Hand entfernt

„Die Arbeiten ziehen sich vom Dach bis in den Keller, kein Raum und kein Flur bleibt verschont“, sagt Polier Michail Anastasiou. Holz, Metall, Rigips, Wasserleitungen und Rohre werden ebenso händisch entfernt wie Elektroleitungen und Rohrisolierungen. Auch alle Leuchten müssen demontiert werden. 

Es gehe darum, möglichst viel Material wiederverwerten zu können, erläutert Anastasiou, der auf der Baustelle das Regiment führt. Rückbau bedeutet dabei, das Gebäude so weit wie möglich in den Zustand eines Rohbaus zurückzuversetzen. 

Asbest-Zement in der Fassade

Dabei wird natürlich auch auf schadstoffhaltige Materialien geachtet, die gesondert entsorgt werden müssen. So war an der Außenfassade Asbest-Zement gefunden worden, und im Fall eines beschichteten Korkmaterials werde noch auf die Ergebnisse einer Schadstoffanalyse gewartet, sagt Ilona Gruß, zuständig für das Gebäudemanagement beim Märkischen Kreis. 

Heizkörper sind demontiert und warten auf den Abtransport.

Am Ende, wenn die Bagger anrücken, wird man einen sehr großen Rohbau vorfinden. Architektin Gruß, die einmal pro Woche auf der Baustelle nach dem Rechten sieht, nennt Zahlen. Es geht um einen umbauten Raum von 27 000 Kubikmetern. Der Haupttrakt mit den Klassenräumen ist 75 Meter lang, es gibt einen Zwischentrakt von 35 Metern und einen Verwaltungstrakt von 23 Metern Länge. Die Gebäude sind bis zu 18,5 Meter hoch. 

Errichtet wurden sie 1960. Nach 59 Jahren werden sie nun abgerissen Von den Mauern wird übrigens fast alles abgetragen, verbleibt aber nach einem Durchgang durch den Schredder vor Ort. Das Material wird zum Auffüllen des Geländes benutzt. 

Gesamtpaket mit Neubau für 5,2 Millionen Euro

Das Gesamtvolumen mit dem anschließenden Neubau des Kreisarchivs auf dem Areal des Berufskollegs hat der Kreis im Juni auf eine Summe von 5,2 Millionen Euro beziffert. 2013 hatte der Kreistag beschlossen, die Einrichtung zum Schuljahr 2016/17 zu schließen. 

Auch Proteste und 1500 Unterschriften, gesammelt von der Jungen Union, halfen nicht. Der Betrieb wird heute in Halver-Ostendorf fortgesetzt, was für viele Schüler weite Busfahrwege bedeutet.

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