Ein harter Weg zum Olymp

Abiturfeier im Burggymnasium mit einigen kritischen Tönen zur G8-Reife

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Zum Zeugnis erhielt jeder Abiturient auch eine Rose. Neu war nicht nur die Einblendung der Kinderfotos in diesem Jahr, sondern auch, dass die jungen Leute ihre Zeugnisse zu zweit oder zu dritt vorne abholten

Altena - Manch kritischer Ton erklang bei der Abiturzeugnisvergabe, die am Samstag am Burggymnasium stattfand. Am Schüler-Jahrgang selbst bemängelten weder die Stufenleiter, noch Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper etwas. Doch die Welt, in die diese jungen Leute entlassen werden, ist eine perfektionistisch technisierte, in der der Mensch die Fehlerqelle darstellt.

Holtkemper, dem Fortschritt durchaus nie abgeneigt, wagt zu bezweifeln, ob er für den Menschen immer das beste darstellt. Trotzdem gab er den Abiturienten 2017 Samuel Becketts Worte mit auf den Weg: „Scheitere besser!“ Tatsächlich wünscht sich Holtkemper für diesen Jahrgang, dass er noch scheitern darf. 

Dass ihm im Leben und im Beruf auch zweite Chancen ermöglicht werden. Mancher Abiturient musste das Scheitern schon während seiner Schulzeit erfahren. Detlef van Dyk, der die Stufe mit Frauke Borscheid betreut hatte, lässt kein gutes Haar an G8: „Ihr hattet in der achten und neunten Stunde Sport am Pragpaul und musstet in der zehnten noch Mathe oder Spanisch lernen.

Oberstudiendirektor Hans-Ulrich Holtkemper wünschte den Schülern, dass sie im Leben weitsichtig bleiben und Brücken bauen können.

 Die verkürzte Schulzeit wurde Euch als System übergestülpt, in dem kein Lehrplan verschlankt worden war. Universitäten stecken deshalb heute auch Spitzenabiturienten in Auffrischungskurse, weil wichtige Grundlagen fehlen. Das hat uns als Lehrer auch nicht glücklich gemacht.“ Auf eine unglückliche Schulzeit blickt die Abiturientia 2017 dennoch nicht zurück. Die launige Retrospektive, gelungen angelehnt ans Motto „Abikropolis - die Götter verlassen den Olymp“, hielt Frauke Borscheid. 

Sie lieferte den stolzen Familien im Publikum manch schöne Anekdote aus dem Schul- und Fahrtenalltag. Dass den Schülern auch Zeit geblieben ist, musische Fähigkeiten zu entwickeln, bewiesen Jonas Weiß, Lukas Daum und Lena Belecke mit den live interpretierten Stücken „7 Years“ und einer verswingten Version des Sauerland-Lieds, das schwungvoll in „Hit the road, Jack“ überlief. Zu Andreas Bouranis „Auf uns“ stieß zudem Paulina Frebel auf die Bühne, um die Gruppe gesanglich zu unterstützen. 

Zwischendurch natürlich der wichtigste Akt: Die Übergabe der Abiturzeugnisse. Die war nicht nur von einem Wunschlied der Abiturienten unterlegt, sondern diesmal auch mit Fotos aus Kindertagen. Anschließend gab’s eine letzte Zusamenkunft im Schulfoyer, wo ein Glas Sekt gereicht wurde. Abends feierte der Jahrgang Abschied und Erfolg beim großen Abi-Ball in Lüdenscheid. Gewiss dürfen sich die jungen Leute sein: Das Lernen geht jetzt weiter. Ob im Studium, in der Ausbildung, in der Work and Travel-Auszeit oder im freiwilligen sozialen Jahr. Das betonten alle Redner des Vormittags.

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