Fluglärm sorgt für heftige Diskussionen

Der Flugbetrieb auf dem Hegenscheid erhitzt manche Gemüter. Hier ein Foto vom 60-jährigen Bestehen.

Altena -  Es gibt eine gehörige öffentliche Debatte über Fluglärm, der dem Flugplatz Hegenscheid zugeordnet wird. Leserbriefe in unserer Zeitung zeugen davon. Für die Vorsitzende der Luftsportler kam das am Mittwoch etwas überraschend, persönlich hatte die Iserlohnerin davon noch nichts gehört.

Es habe zwar im letzten Jahr vereinzelte Beschwerden gegeben. Letztlich habe sich aber immer herausgestellt, dass „alles im rechtlichen Rahmen“ verlaufe. Von dieser rein rechtlichen Position unabängig, kommt es dem Verein auf ein gutes Miteinander mit den Nachbarn im engeren und weiteren Sinn an. Silvia Osterberg: „Wir sind immer um ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis bemüht.“ Natürlich unterliegt der Luftfahrtbetrieb Auflagen und Kontrollen. Marcus Müller von der Luftaufsichtsbehörde in Münster berichtet, dass man dem Verkehrslandeplatz durchschnittlich drei Mal im Monat einen Besuch abstattet. Unangemeldet und auch an Wochenenden. Dabei werfe man zum einen einen Blick darauf, ob der Flugbetrieb ordnungsgemäß abläuft, zum anderen gibt es dabei auch Überprüfungen der Flugzeuge und Piloten. Man könne das vielleicht mit einer „allgemeinen Verkehrskontrolle“ der Polizei vergleichen, so Müller. Beanstandungen habe es zuletzt keine gegeben.

Natürlich könne niemand rund um den Hegenscheid sein Flugzeug nach Belieben steuern. Auch die Flughöhen sind begrenzt, dafür sorgt die Luftverkehrsordnung. Befindet sich ein Pilot in der so genannten Platzrunde (zur Einleitung der Landung), so muss er eine Höhe von 300 Metern über Grund einhalten. Es ist wohl diese Platzrunde, die häufig beobachtet wird, denn sie führt auch über den Hegenscheider Weg und die Feldstraße. Sonderfall Kunstflug: Er ist nur über dem Platz zulässig und der Pilot muss hier eine Mindesthöhe von 450 Metern einhalten.

Die Zahl der jährlichen (Motor-)Starts am Flugplatz Hegenscheid ist im Übrigen rückläufig. 1072 mal ist dort im Jahr 2013 eine Maschine gestartet. 2012 gab es noch 1180 Starts. Immerhin: Im Jahr 2011 kletterten auf der Höhe zwischen Altena und Iserlohn 1400 Maschinen in den Himmel – aber da feierte man das 60-jährige Bestehen und es gab einen großen Tag der offenen Tür.

Kein Vergleich mit Zahlen , die Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre „gehandelt“ wurden, als es um die Anlage des „Verkehrslandeplatzes“ Hegenscheid ging. „Damals war von 20 000 Starts im Jahr die Rede“, berichtet Sylvia Osterberg, die Vorsitzende der Luftsportler.

Am Ende aber kam alles ganz anders: Es würde keine Asphaltbahn geben, und die vorhandene Graspiste wurde „gerade geschoben“, wie es Sylvia Osterberg beschreibt. Dieser Zustand findet sich am Hegenscheid noch heute vor. Neun Motorflugzeuge sind dort in dieser Saison stationiert, zwei Motosegler und zwei Ultraleichtflugzeuge. - Von Thomas Keim

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