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Abellio-Aus stellt Pendler im Lennetal vor Probleme

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Von: Markus Wilczek

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Der Intercity der Deutschen Bahn fährt seit dem 20. Dezember durch das Lennetal, um die Region ans Fernverkehrsnetz der Bahn anzubinden. Allerdings kommt es immer wieder zu Problemen.
Der Intercity der Deutschen Bahn fährt seit dem 20. Dezember durch das Lennetal, um die Region ans Fernverkehrsnetz der Bahn anzubinden. Allerdings kommt es immer wieder zu Problemen. © Christogeros, Christos

Die Tage des insolventen Bahnunternehmens Abellio auf der Ruhr-Sieg-Strecke sind gezählt. Noch bis Ende Januar bedient Abellio die Strecke durchs Lennetal. Dann übernimmt DB Regio. Zu massiven Verkehrsproblemen kommt es aber bereits jetzt – mit heftigen Folgen für Pendler und Reisende.

Lennetal – Am Montagmorgen (17. Januar) trat auf wichtigen Strecken in NRW der Großteil eines Übergangsfahrplans in Kraft, der weniger Züge und mehr Busse vorsieht. Grund sind personelle Engpässe bei Abellio. Denn das Personal soll bei den Nachfolge-Streckenbetreibern bleiben und bekommt dafür noch Schulungen – wegen dieser Schulungen reicht das Personal nicht mehr aus für den Normalbetrieb.

So wird beispielsweise der RE 11 zwischen Düsseldorf und Essen bis Ende Februar komplett eingestellt, ebenso wie die RB 35 zwischen Gelsenkirchen und Mönchengladbach. Im Lennetal bekommen Bahnfahrer die Probleme erst ab Anfang Februar richtig zu spüren, hier fuhren zu Wochenbeginn die Züge größtenteils noch nach Fahrplan.

Ersatzverkehr zwischen Iserlohn und Letmathe

Mit Beginn des kommenden Monats wird es bis Ende Februar auch auf dem heimischen Streckenabschnitt zwischen Letmathe und Iserlohn für diese Übergangszeit einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben. Danach soll die Bahn wieder fahren. „Die Achse von Siegen durch das Lennetal Richtung Hagen ist wichtiger als der Abschnitt zwischen Letmathe und Iserlohn“, erläutert Knut Germann, Pressesprecher des heimischen Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), die Hintergründe dieser Maßnahme.

Bereits seit Beginn des neuen Jahres werden laut NWL die Abellio-Beschäftigten in das neue Unternehmen eingeführt, eingearbeitet und, soweit notwendig, geschult. Konkret werden sie in die Systeme, mit denen ihr neuer Arbeitgeber fährt, eingewiesen und erhalten zudem ihre neuen Arbeitsmittel.

Deutsche Bahn: Kein Preisanstieg für zwei Jahre

Deshalb hofft der Verkehrsverband für die Ruhr-Sieg-Strecke auch auf einen relativ reibungslosen Übergang von Abellio auf DB Regio. Pendler und Reisende dürften ab dem 1. Februar kaum Veränderungen bemerken. So wird das bisherige Abellio-Zugmaterial, also die Triebwagen und Personenzüge vom Typ Stadler Flirt, nahtlos zum selben Takt wie bisher zwischen Siegen und Hagen fahren. Die Züge werden nicht umlackiert, es sollen lediglich die Abellio-Logos durch die DB-Symbole ausgetauscht und Fahrkartenautomaten umgerüstet werden. Insgesamt müssen 120 solcher Züge in NRW umfunktioniert werden.

„Danke an die Belegschaft“: Dieser besprayte Abellio-Zug fährt derzeit durch das Lennetal. Das insolvente Bahnunternehmen bedient die Ruhr-Sieg-Strecke noch bis Ende des Monats. Dann übernimmt DB Regio.
„Danke an die Belegschaft“: Dieser besprayte Abellio-Zug fährt derzeit durch das Lennetal. Das insolvente Bahnunternehmen bedient die Ruhr-Sieg-Strecke noch bis Ende des Monats. Dann übernimmt DB Regio. © Thorsten Braun

Das gilt auch für den Übergang der Instandhaltungsbetriebe in den beiden großen Bahnbetriebswerken Duisburg und Hagen, die mit der VIAS Rail einen neuen Betreiber haben. Fahrkarten behalten ihre Gültigkeit und auch einen Preisanstieg bei den Tickets soll es in den nächsten zwei Jahren zunächst nicht geben.

Verpatzter IC-Start im Lennetal

Bei vielen Bahn-Nutzern ist die Unsicherheit dennoch groß. Denn die Deutsche Bahn hatte die Ruhr-Sieg-Strecke bis 2007 bereits über viele Jahre bedient. Damals mit veralteten Zügen, die häufiger mal ausfielen oder Verspätung hatten. Anschließend übernahm Abellio, der Ableger der niederländischen Staatsbahn hatte die Ausschreibung gewonnen, und punktete bei vielen Pendlern mit modernen Zügen sowie großer Pünktlichkeit – und dies ohne nennenswerte Ausfälle.

Bestätigt fühlen sich viele Bahn-Kunden in diesem unguten Gefühl von dem verpatzten Intercity-Start. Dieser fährt seit dem 20. Dezember durch das Lennetal. Immer wieder kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen, viele Kunden fühlen sich darüber zudem nur unzureichend informiert.

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