Für den neuen Breitenhagen

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Erneut lässt die Baugesellschaft Wohnhäuser am Breitenhagen abreißen. Auf lange Sicht ist geplant, dem Stadtteil im unteren Bereich einen Grüngürtel zu verpassen. ▪

ALTENA ▪ Laut polternd stürzte am Montag der Giebel des Hauses Wilhelmstraße 51 zu Boden – am Breitenhagen geht der Abbruch von drei Baugesellschaftshäusern in die heiße Phase. Sobald er abgeschlossen ist, zieht der Bagger ins Mühlendorf um: Am Hegenscheider Weg trennt sich die Altenaer Baugesellschaft noch in diesem Jahr komplett von ihrem Bestand.

36 Baugesellschaftswohnungen fallen damit in diesem Jahr weg. Altenas größter Vermieter beugt sich mit dieser Maßnahme dem demografischen Wandel und auch den veränderten Mieterbedürfnissen.

Langfristig wird sich der Breitenhagen komplett verändern, prophezeit Joachim Effertz: Wohnungsbestände auf der unteren Wilhelmstraße bietet die Baugesellschaft nicht mehr an. Auch diese Häuser werden eines Tages weichen und ihre Fundamente mit Schutt und Mutterboden aufgefüllt werden.

„Dem neuen Breitenhagen wird sich der Mieter in einigen Jahren durch Grünflächen nähern. Wohnen wird nur noch im oberen Bereich stattfinden“, erklärt der Baugesellschafts-Vorstand.

An der Substanz des abzureißenden Wohnbestands gibt es dabei nichts auszusetzen. Weder in Haus Nr. 51, noch in den gegenüberliegenden Objekten 56 und 58 gibt es Probleme durch Feuchtigkeit oder Materialermüdung. Die Häuser fallen ersatzlos weg, die entstehenden Freiflächen werden im kommenden Jahr eingesät und zur Obstwiese mit Erholungsfläche für die Mieter im Finkenweg hergerichtet.

Anders verhält es sich am Hegenscheider Weg: Sobald die Häuser 54, 52 und 50 gefallen sind, werden die Baustellen plan gemacht und als Grundstücke vermarktet. Joachim Effertz könnte sich vorstellen, dass Privatinvestoren dort Potenzial für einen Neubau sehen. Eine freiliegende Fläche am Hegenscheider Weg nutzt die Baugesellschaft schon jetzt, um den Breitenhagener Schutt dort zu zerkleinern und als Füllmaterial wieder einzusetzen. Der darf nur geringe nicht-mineralische Abfallprodukte enthalten, weshalb die Mitarbeiter der Abrissfirma Pfeifer die hölzernen Zwischendecken herausfischen und getrennt entsorgen.

130 000 Euro lässt sich die Baugesellschaft den Abriss kosten. Während die Breitenhagener Bestandsbereinigung durch Gelder aus dem Stadtumbau West gefördert wird, ist das Abrissprojekt am Hegenscheider Weg komplett durch das Unternehmen selbst zu finanzieren.

Die wenigen Mietparteien, die im Zuge der Maßnahme umzusiedeln waren, sind ihrem alten Vermieter teilweise treu geblieben, andere zogen ganz weg. „Wir müssen sehen, das Altena sich gesund schrumpft“, so Joachim Effertz. „Dann besteht auch die Chance, dass eines Tages attraktive Bauprojekte in gut besiedelten Wohngebieten verwirklicht werden.“ ▪ Von Ina Hornemann

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