Da abbauen, dort aufbauen: Neue Sparkasse fast fertig

Annegret Kliem im Gespräch mit Sparkassen-Mitarbeiter Evrim Kut: „Es ist schade, dass die Geschäftsstelle hier am Knerling geschlossen wird.“

ALTENA- Die automatischen Türen bewegen sich bereits auf und zu und der rote Teppich liegt auch schon im Eingangsbereich – bisher allerdings noch in Form einer großen Fußmatte: In einer Woche eröffnet morgens um 8.15 Uhr die neue Hauptstelle der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis am Markaner. Von Ilka Kremer

„Das klappt schon. Wir haben feste Zeitpläne, die müssen die Handwerker einhalten“, erklärte Pressesprecher Tomislav Majic gestern bei einem Rundgang durch den Neubau. Dort ging es zu wie in einem Wespennest: Überall waren Techniker, Elektriker, Maler und auch schon Fensterputzer im Einsatz.

Es ist nicht nur von außen ein beeindruckendes Gebäude, im Innern gerät der Betrachter ebenso ins Staunen. Nach der Haupteingangstür öffnet sich eine zweite, mit dem Burg-Logo versehene Doppelglastür und gibt den Zugang zur modernen, mit viel Rot gestalteten Automatenhalle frei. Dort finden die Kunden demnächst nicht nur Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker, sondern auch einen Münzrollengeber, einen Ein- und Auszahler (Cash-Recycling ist das Fachwort), einen Münzeinzahler und einen Selbstbedienungsschalter (Servicio).

Nach links geht es dann zum Kern des Gebäudes – jetzt ist man sozusagen im Bauch des Schiffes und deswegen erinnert wohl auch die Service-Insel in der Mitte der lichtdurchfluteten Schalterhalle direkt unter dem gläsernen Dach an einen Meereskreuzer. „Das Thema wird immer beigehalten“, verdeutlichte Majic. So kreierte der heimische Künstler und Designer Lutz Bernsau als Abschluss der Service-Insel ein Kunstwerk in fließenden Formen. Es ist zum einen Kunstobjekt, zum anderen aber auch funktional, weil Schränke und die Belüftungsanlage integriert wurden. Und über der Service-Insel hängt zudem noch ein weiteres Werk Bernsaus, ein überdimensional großes Mobile. Gegenüber der Service-Insel entsteht ein großzügiger Wartebereich mit Kinderspielecke und Blick auf den Markaner-Kreisel. Im Erdgeschoss findet der Privatkunde demnächst die Berater-Büros, die fast fertig sind – die Stühle stehen noch verpackt herum, die Schreibtische wirken noch mehr als verwaist. Doch zwischen Verpackungsmüll und Teppichresten war gestern bereits ein Haustechniker mit der Installation von Computern beschäftigt.

Über eine freie Treppe geht es in den 1. Stock. In den dortigen Büros werden zukünftig die Firmenkunden empfangen. Zudem findet dort die LBS-Agentur Platz. Der 2. Stock wird die Personalabteilung und die Telefonzentrale des Gesamtunternehmens beherbergen. Außerdem findet sich dort eine große Küche und ein großer Sitzungssaal für hausinterne Veranstaltungen.

Gestern wurde noch gebohrt, getackert und gesägt, doch spätestens Dienstag kommt die Putzkolonne und sorgt für den nötigen Glanz zur Eröffnung. Im Container freuen sich die Mitarbeiter derweil auf den Tag X – kein Wunder nach zwei Jahren Bauzeit. Dort geht es vergleichsweise ruhig zu, zwischendurch packen die Mitarbeiter die Kartons. Die Möbel werden entweder intern weitergereicht oder von Schulen oder der Stadtverwaltung für deren Zecke abgeholt.

Nicht so freudig blicken manche Kunden auf die Eröffnung des Sparkassen-Neubaus, bedeutet das doch für sie, dass ihre Zweigstelle am Knerling und die an der Lüdenscheider Straße schließen. „Solange wir mobil sind, macht es uns nichts aus, aber für die alten Leute wird es schwierig“, meint Horst Henkler. Ebenso sieht es Gerhard John, Inhaber der gleichnamigen Metzgerei. „Wir haben bisher immer geschimpft, wenn etwas schließen sollte. Zuletzt die Grundschule. Genutzt hat es leider nie.“

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